https://www.faz.net/-gqe-9haut

Wichtige Technologie : Wie deutsche Firmen KI nutzen können

  • -Aktualisiert am

Ein anderes Beispiel ist die Stimmungsanalyse in sozialen Medien: KI macht dazu die Meinung an der Sprache der Posts fest und schätzt die emotionale Reaktion einem Produkt oder Thema gegenüber ein, die sich davon ableiten lässt. Auf diese Weise können Unternehmen in Echtzeit verfolgen, ob eine Marketingkampagne funktioniert.

Diese Analyse ist leider schwer zu perfektionieren, weil Sprache kein statisches Konstrukt ist, sondern sich ständig weiterentwickelt. Wenn wir alle saubere, einfache Sprache ohne Dialekt oder umgangssprachliche Wendungen verwenden würden, hätten wir schon relativ bald die perfekte Sprach-KI. Nur leider entstehen in der Realität immer wieder neue Ausdrücke. Der Begriff „YOLO“, oder die Redewendung „dicke Kiste“ sind dafür gute Beispiele. Erst wenn sich eine Spracherkennungs-KI ständig an die immer neuen YOLOs dieser Welt anpasst, kann sie wirklich als perfekt bezeichnet werden.

Algorithmen spielen eine wichtige Rolle und es ist meistens offensichtlich, welche benutzt werden müssen, wenn es um Standardprobleme in der Sprach- oder Bildverarbeitung geht. Dazu kommt auch, dass die KI-Community sehr offen ist. Fast alle bahnbrechenden neuen Algorithmen werden in akademischen Veröffentlichungen beschrieben, häufig ist sogar der Programmiercode frei verfügbar.

Der wichtigste Punkt in der KI, den viele unterschätzen, ist, dass die KI nur so gut sein kann wie die Trainingsdaten, mit denen man sie füttert. Ein Prinzip, das letztlich für jedes Computersystem gilt: Schlechter Input führt zu einem schlechten Ergebnis. Denn auch ein KI-System ist nicht in der Lage, die Qualität der eingegebenen Daten zu steigern.

Schlechte Daten, schlechter Output

KI-Systeme können Gegenstände oder Muster identifizieren und diese Erkenntnisse auf die Zukunft anwenden. Das ist eine ihrer bedeutsamsten Fähigkeiten. Damit das klappt, benötigt die KI eine große Menge Daten, die vergangene Ereignisse beschreiben und der KI die Attribute dieser Ereignisse beibringen. Es kostet Zeit, diese große Menge qualitativ hochwertiger Datensätze aufzubauen und sie dann jeweils zu kennzeichnen, beziehungsweise ihnen ein Label oder Output zuzuweisen. Erst dann kann die KI zum Beispiel Text als positiv, negativ oder neutral in ihren Emotionen klassifizieren oder verschiedene Objekte in Bildern finden. Bis Computer Katzen als Katzen erkennen konnten, mussten unzählige Katzenbilder als positiv eingestuft und gekennzeichnet werden.

Damit die Künstliche Intelligenz einen Geschäftsprozess übernehmen kann, muss sie mit Trainingsdaten gefüttert werden, die ungefähr ein bis zwei Jahre umfassen. Dienste wie Amazon Mechanical Turk, bei denen Mitarbeiter gezielt damit beauftragt werden können, Daten zu klassifizieren, sind eine sinnvolle Unterstützung beim Unterrichten von KI-Systemen. 

Damit die KI beispielsweise Kundenanfragen übernehmen kann, müssen Unternehmen im Vorfeld wiederkehrende Anfragen und die entsprechenden Antworten der letzten Jahre sammeln. Danach kann die KI Antworten auf Anfragen auswählen, die auf vergangenen Mustern basieren. Dabei agiert sie weitaus flexibler als ein herkömmliches Computersystem, weil sie mit natürlicher Sprache und neuen Situationen besser umgehen kann.

Weitere Themen

Elon Musk will dem Mensch ans Hirn Video-Seite öffnen

Neue Form der Kommunikation? : Elon Musk will dem Mensch ans Hirn

Über implantierte Drähte und eine kabellose Verbindung will der Start-up-Unternehmer das menschliche Gehirn mit einem Interface außerhalb des Körpers verbinden. So soll eine neue Form der Kommunikation möglich werden.

Elon Musk will Gehirne mit Computern verbinden

Neuralink : Elon Musk will Gehirne mit Computern verbinden

Der Tesla-Chef hat seine Pläne für das „Neuralink“-Projekt konkretisiert. Winzige Fäden, die in das Gehirn implantiert werden, sollen Menschen mit Instrumenten künstlicher Intelligenz ausstatten.

Topmeldungen

AKK im Kabinett : Auf dem Marsch ins Kanzleramt

Wer wie Annegret Kramp-Karrenbauer Regierungschefin werden will, darf sich vor dem Verteidigungsministerium nicht fürchten. Auch in der Politik gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Shitstorm des Tages : Ein „Aufstand der Generäle“ als Rohrkrepierer

Uwe Junge ist rhetorisch kampferprobt. Gegen die neue Verteidigungsministerin fährt der AfD-Politiker und ehemalige Stabsoffizier ganz großes Geschütz auf. Doch der Schuss geht nach hinten los. Übrig bleibt geistiges Brandstiftertum.
Nordkoreas Machthaber KIm Jong-un sieht man regelmäßig bei offiziellen Empfängen in Limousinen vorfahren.

Kim Jong-un : Wie Nordkoreas Machthaber an seine Luxusautos kommt

Eigentlich ist der Export von Luxusgütern nach Nordkorea verboten. Trotzdem sieht man Machthaber Kim Jong-un bei offiziellen Empfängen regelmäßig in Limousinen vorfahren. Eine Forschergruppe will das Rätsel gelöst haben.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.