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Kommentar zur Cybersicherheit : Ahnungslos ehrlich

  • -Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter zeigt auf der Hannover Messe einen illustrativen Hackerangriff auf eine Fabrikumgebung. Bild: dpa

IT-Fachleute räumen freimütig ein: Sie haben die andauernden Hackerangriffe nicht unter Kontrolle. Damit die dunkle Seite der Digitalisierung eingehegt werden kann, muss sich einiges ändern.

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          Davos kann auch ehrlich sein. Die Fachleute, die sich auf dem Weltwirtschaftsforum mit der Sicherheit in der Informationstechnologie auskennen, räumen freimütig ein: Sie haben die Lage nicht im Griff. Sie wissen nicht einmal, was los ist.

          Kein einziges derzeit genutztes Computernetz ist sicher, und es ist auch nicht absehbar, wann sich daran etwas ändern wird. Eindringlinge werden viel zu spät bemerkt, tatsächlich vergehen im Durchschnitt Wochen. Daten über die Vorfälle werden nicht ausgetauscht.

          In der Kette der Unzulänglichkeiten ist dieser letzte Punkt fatal: Wenn die Daten über die Angriffe und erfolgreichen Hacks zwischen Unternehmen und Strafverfolgungsbehörden nicht geteilt werden, lernt die Cyberpolizei nichts dazu und die Unternehmen auch nicht.

          Es kommt schlimmer: Versicherungen sehen sich auf dieser Basis nicht in der Lage, die Risiken zu kalkulieren – und in der Folge zu versichern. Es ist eine Binsenweisheit, dass die immer stärker vernetzte Welt eng zusammenrücken müsste, um die Bedrohungen zu meistern, die die digitalen Chancen mit sich bringen. Leider ist genauso offensichtlich, dass das Gegenteil passiert.

          Achtung: Jetzt kommt keine Politikerschelte. Denn Privatpersonen wissen auch nicht, ob sie gehackt werden. Und wenn sie es merken, melden sie es nicht der Polizei. Es muss sich vieles ändern.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

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