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Kommentar zu Bing in China : Opportunismus zahlt sich nicht aus

Bing wurde in China gesperrt. Bild: Reuters

Die Suchmaschine Bing zensierte in China seine Inhalte in vorauseilendem Gehorsam. Jetzt ist sie gesperrt. Genutzt hat ihr das Kriechen vor den Zensoren nichts.

          Nach Google haben Chinas Zensoren nun auch den Zugang der 800 Millionen Internetnutzer zu Microsofts Suchmaschine Bing gesperrt.

          Ohne Hilfe eines teuren, unpraktischen und unzuverlässigen Datentunnels (Virtual Private Network) können die Chinesen auf den Dienst fortan ebenso wenig zugreifen wie auf Facebook, Twitter, Youtube und Tausende anderer Seiten, die dem Regime wegen ihrer Inhalte missfallen oder wegen ihres Potentials, von Peking ungefilterte Informationen zu verbreiten.

          So weit, so normal in einem China, das die Freiheiten seiner Bürger immer weiter beschneidet. Interessant ist der Fall Bing aus einem anderen Grund. So hatte Microsoft seine Suchergebnisse für chinesische Nutzer jahrelang in vorauseilendem Gehorsam schon selbst im Sinne des Regimes zensiert. Dass die Seite nun trotzdem von Peking geblockt wird, zeigt: Opportunismus zahlt sich in China am Ende nicht aus.

          Den Google-Vorstandsvorsitzenden Sundar Pichai könnte das womöglich trotzdem nicht davon abhalten, mit einer zensierten Suchmaschine nach China zurückzukehren. Der Konzern hat entsprechende Pläne zwar nach Protesten vorerst auf Eis gelegt. Doch die Verlockung des Marktes mit 800 Millionen Internetnutzern ist groß.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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