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Kommentar : Kampfansage von Bosch

Auf der Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas präsentierte Bosch seine Vision eines autonom fahrenden Shuttlebusses. Bild: AFP

Bosch will bei Künstlicher Intelligenz an die Weltspitze. Google und Co. sollten die Warnung hören, denn dabei dürfte es sich nicht um leere Worte handeln.

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          Das schwäbische Understatement ist legendär und tief verankert, selbst in den global aufgestellten Konzernen wie Bosch und Daimler. Man spricht nicht groß über Pläne, sondern macht einfach.

          Nur beim Ergebnis der Arbeit ist man nie bescheiden: Das Beste ist gerade gut genug. Das klingt anstrengend, aber auch anziehend, zumindest auf Leute, denen Mittelmaß nicht behagt. Bei Bosch gibt es spannende Arbeit und hochmotivierte Kollegen dazu, lautet eine Botschaft, die der Stuttgarter Traditionskonzern seit vielen Jahren verbreitet.

          Das wirkt offenbar, denn ganz selbstbewusst kündigt Bosch an, in den nächsten Jahren 25.000 Software-Experten einzustellen und die Zahl der Mitarbeiter im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) auf 4000 zu vervierfachen. Das scheint nahezu unrealistisch angesichts des leergefegten Arbeitsmarkts gerade in diesen Bereichen.

          „Wir wollen in der KI-Forschung an die Weltspitze“, lautet die Kampfansage von Bosch-Chef Denner an Google und Co. Damit lockt er Leute, die genau dort tätig sein wollen, wo etwas bewegt werden kann, wo vielleicht so etwas Revolutionäres wie ein Roboterauto in die Gänge kommt.

          Leere Worte allein nützen freilich wenig. Aber als Bewerber kann man ja leicht erkennen, dass Bosch tatsächlich in sehr vielen Bereichen technisch und wirtschaftlich führend ist – weil der Anspruch schon immer hoch war.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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