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Lidl-Pay : Lidl-Bezahldienst nützt nicht nur den Kunden

Eine Lidl-Filiale in Frankfurt. Bild: AP

Lidl will ein eigenes Bezahlsystem aufbauen. Wenn das funktioniert, könnte der Discounter ein kleines Vermögen verdienen.

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          Klaus Gehrig, Chef der Schwarz-Gruppe, soll Digitalexperten einst als Nerds bezeichnet haben, die zum Lachen in den Keller gingen. Man würde solche Experten zwar brauchen, müsste sie aber getrennt von den anderen Mitarbeitern halten, ansonsten würden sie diese mit ihren verrückten Ideen infizieren. Anscheinend hat einer dieser Nerds nun Gehrig infiziert.

          Denn Lidl will als Lebensmittelhändler zum Zahlungsdienstleister werden und dem Kunden in Zukunft mobiles Bezahlen ermöglichen. Das passt zum Discounter, denn der Discounter etabliert sich schon als Wohnungsvermieter, Fahrradverleiher und jüngst auch als Poststelle.

          Die meisten Ideen waren aber eher analog als digital – nun wagt sich Lidl in einen Bereich vor, der ihm eher fremd sein dürfte und als hart umkämpft gilt. Denn bisher sind viele Deutsche nicht bereit, mit dem Handy zu bezahlen.

          Gehrig dürfte sich trotzdem einiges erhoffen: Denn der Markt der Zahlungsdienstleister ist stark in Bewegung. Viele Lebensmittelhändler kooperieren schon mit Anbietern wie Google Pay oder Apple Pay. Dafür geben sie Daten auf und müssen Gebühren bezahlen. Wenn Lidl Pay unter den Kunden funktioniert, dann wird der Discounter ein kleines Vermögen damit einsparen. Wenn nicht, wird Lidl Pay schnell wieder zu den Nerds in den Keller verschwinden.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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