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Keine Fortschritte : Deutschlands Internet bleibt lahm

Im Schritt-Tempo ist man in Deutschland vielerorts nicht nur auf den Straßen, sondern auch im Internet unterwegs. Bild: dpa

Alle versprechen schnelles Internet: „Top Speed“ oder „Gigabit“. Die Realität ist trister: 7 von 10 Nutzern erhalten nicht einmal die Hälfte der Geschwindigkeit, die laut Vertrag maximal möglich wäre. Mobilen Nutzern geht es noch schlechter.

          In der Werbung machen sie gerne mit Begriffen wie „Top-Speed“ oder „Gigabit“ auf sich aufmerksam. In der Wirklichkeit lässt das Angebot vieler Internetanbieter noch immer sehr zu wünschen übrig. Dies stellte die Bundesnetzagentur in einem neuen Tempobericht fest. „Auch im dritten Jahr unserer Breitbandmessung zeigen sich wenig Veränderungen“, kritisierte der Präsident der Regulierungsbehörde, Jochen Homann. Abermals hätten Kunden oft nicht die maximale Geschwindigkeit erreicht, die ihnen in Aussicht gestellt wurde. Homann betonte, es gebe nach wie vor Handlungsbedarf für die Breitbandanbieter.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Angaben zufolge erzielten über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg im Download 71,3 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate. 12,8 Prozent der Nutzer erreichten diese voll, oder sie lagen sogar noch darüber. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum änderten sich die Werte kaum. 2016/2017 erzielten 71,6 Prozent mindestens die Hälfte, 12 Prozent mindestens die volle Maximalübertragungsrate.

          Mobile Nutzer schlechter gestellt

          Der niedrigste Wert wurde weiterhin in der überwiegend von ADSL-Anschlüssen geprägten Tempospanne von 8 bis 18 Megabit je Sekunde erzielt. Auch zwischen den Anbietern gab es mit Blick auf das Erreichen der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate Unterschiede, wie die Netzagentur erläuterte. Im Tagesverlauf fiel abermals insbesondere in der Bandbreite-Klasse 200 bis 500 Mbit/s die Leistung in der abendlichen Spitzenzeit stark ab. Entsprechend rückläufig entwickelte sich die Zufriedenheit der Kundschaft. Der Anteil derjenigen, die die Leistung ihres Anbieters mit „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“ bewerteten, fiel – von 64,2 auf 62 Prozent.

          Weiterhin schlechter als Stationärkunden kamen Nutzer mobiler Breitbandanschlüsse weg. Über alle Vertragsklassen und Anbieter hinweg erhielten im Download 16,1 Prozent mindestens die Hälfte des vertraglich Vereinbarten. Nur bei 1,5 Prozent der Nutzer wurde die Datengeschwindigkeit voll erreicht oder überschritten. Auch hier waren die Werte im Zeitvergleich weiterhin rückläufig. Dessen ungeachtet, bewerteten mobile Breitbandkunden ihre Anbieter weit überwiegend mit „sehr gut“, „gut“ oder „zufriedenstellend“; dieser Wert liegt mit 74,7 Prozent deutlich höher als im stationären Bereich.

          Die Bundesnetzagentur wies darauf hin, dass die Messungen keine Rückschlüsse auf Breitbandversorgung zuließen. Vielmehr hänge das Ergebnis davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter vereinbart hat.

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