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Whatsapp-Alternativen : Welche Messenger auf Diensthandys noch zulässig sind

Die Messenger „Slack“, „IM+ Pro“, „Facebook Messenger“, „Threema“, „Signal“, „xxx Messenger“, „WhatsApp“ und eine SMS-App (oben links-unten rechts). Bild: dpa

Seit die neuen Datenschutzregeln greifen, verbannen immer mehr Unternehmen Whatsapp von ihren Firmenhandys. Wir zeigen, wie sich die Handy-Nutzer helfen können.

          Seit der Entscheidung von Continental, den Mitarbeitern auf ihren Diensthandys den Messenger Whatsapp zu verbieten, ist klar: Gerade die Nutzung von Messenger-Apps eröffnen Unternehmen eine offene Datenschutz-Flanke, seitdem die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vollumfänglich in Kraft getreten ist. Zwar hatten die Firmen zwei Jahre Übergangsfrist lang Zeit, andere Lösungen zu erkunden, doch spätestens jetzt wird es Zeit, sich um Alternativen Gedanken zu machen.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zum entscheidenden Punkt unter den neuen Datenschutz-Regeln ist der sogenannte Adressbuch-Upload geworden. Denn mit der DSGVO ist es nicht mehr zulässig, Daten von anderen Personen an Unternehmen – wie zum Beispiel Messenger-Anbieter – weiterzugeben, ohne sie vorher um Erlaubnis gefragt zu haben.

          Die für sich genommen praktische Funktion von Whatsapp und Co., das Adressbuch des eigenen Handys auszulesen und auszugeben, welche der eigenen Kontakte ebenfalls Kunden des Messengers sind, wird damit zum Fallstrick. Denn in dem Moment, wo Whatsapp das Adressbuch ausliest, überträgt es die Daten darin an seine eigenen Server – im Sinne der DSGVO möglicherweise eine verbotene Weitergabe von Daten des Nutzers.

          Welche Alternativen kann mal also nutzen, wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will? Wir haben mehrere populäre Messenger untersucht und gefragt, wie sie es mit dem Adressbuch halten und auch, wie viele Nutzer die App hat. Denn eine auch noch so sichere Messenger-App bringt wenig, wenn man sie alleine nutzt und niemanden hat, dem man schreiben kann.

          Threema

          Der Schweizer Messenger-Dienst Threema für Smartphones und Tablets hatte im Januar 2018 rund 4,5 Millionen Nutzer. Nicht nur die Nachrichten werden verschlüsselt, auch verzichtet der Dienst – auf Wunsch – auf einen Zugriff auf das Telefonbuch seiner User und ist somit aus datenschutzrechtlicher Sicht unbedenklich. Denn während Messenger wie Whatsapp Nutzer anhand ihrer Rufnummern identifiziert, erstellt Threema zu diesem Zweck einen zufällig generierten Code – die sogenannte Threema-ID.

          Die Threema-App

          Diese ist sozusagen der Benutzername in der Threema-Welt und ermöglicht es, den Dienst völlig anonym zu nutzen. Die verschlüsselten Daten, die das Unternehmen sammelt, werden ausschließlich auf Servern in der Schweiz gespeichert. Mit dieser Neuerung trafen die Entwickler den Nerv der Zeit: Nach der Übernahme von Whatsapp durch Facebook schossen die Nutzerzahlen des Nischenproduktes in nur etwas mehr als einem Jahr von 400.000 auf rund 3,7 Millionen. Die Chats zwischen Nutzern sind – wie allerdings bei Whatsapp auch – Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

          Wer auf den praktischen Adressbuch-Upload nicht verzichten will, kann Threema freilich auch den Zugriff auf seine Kontakte einräumen. Dann funktioniert der Schweizer Messenger quasi wie Whatsapp – mit einer bedeutenden Unterscheidung: Threema lädt die eigenen Nummern nicht auf seine Server, sondern erstellt aus ihnen einen sogenannten „Hash“.

          Das ist eine zufällige Nummernfolge, mit der sich zwar abgleichen lässt, ob Freunde den Dienst nutzen, die aber nicht die Telefonnummer selbst ist. Wenn es Hacker drauf anlegen, könnten die „Hashs“ zwar in die Nummern zurückübersetzt werden. Dennoch überträgt man so streng genommen keine Daten von anderen an das Unternehmen. In Sachen Datenschutz könnten Nutzer so aus dem Schneider sein, selbst wenn sie den Adressbuch-Upload nutzen. Die rechtliche Bewertung dessen ist noch unklar.

          Während Whatsapp kein Geld kostet, sondern man in Form von Daten zahlt, kostet Threema zum Download einmalig 1,79 Euro als Apple-Anwendung und 1,99 Euro für die Betriebssysteme Android und Windows Phone. Für eine geschäftliche Anwendung empfiehlt der Anbieter die App „Threema Work“.

          Hoccer

          Der seit 2009 bestehende Dienst aus Deutschland stellt keine genauen Nutzerzahlen zur Verfügung. Rund zwei Millionen Mal wurde die App heruntergeladen, wie viele davon in wirklich nutzen, ist aber unklar. Das Augenmerk legen die Entwickler auf den Datenschutz: An ausschließlich deutsche Server werden sämtliche Informationen verschlüsselt übermittelt und anschließend umgehend gelöscht.

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