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Kartellamtsuntersuchung : Kann man Nutzerbewertungen trauen?

Logo von Amazon: Bewertungen können hier von jedem angemeldeten Nutzer vorgenommen werden. Bild: AFP

Das Bundeskartellamt nimmt Nutzerbewertungen in Online-Shops unter die Lupe, um herauszufinden, ob es dort immer mit rechten Dingen zugeht.

          Polli74 ist begeistert: „Also vorweg, ich wollte nie einen Saugroboter und dachte immer bei uns stünde eh zu viel auf dem Boden“, schreibt sie in ihrer Rezension für einen Staubsaugerroboter, der am Donnerstag auf der Startseite des Online-Händlers Amazon als Tagesangebot beworben wurde. Nach zwei Monaten war Polli74 überzeugt, sie „weiß wirklich nicht,wie ich so dumm sein konnte, mir nicht eher einen anzuschaffen!“

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Solche Bewertungen gibt es zuhauf im Internet, alleine dieser zufällig ausgewählte Roboter weist mehr als 1800 auf. Die Händler versprechen sich von zufriedenen oder verärgerten Kunden authentische Rückmeldungen, die potentiellen Käufern die Entscheidung erleichtern.

          Allerdings gibt es immer wieder Zweifel an solchen Berichten – manchmal wird angenommen, dass Computerprogramme positive Testberichte generieren oder die Bewertung nicht unvoreingenommen entstanden ist, weil Geld dafür gezahlt wurde. „Es gibt Hinweise, dass Nutzerbewertungen nicht selten gefälscht oder manipuliert sind“, sagt auch Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamts.

          Kartellamtspräsident Andreas Mundt

          Deshalb will die Behörde untersuchen, welche Bewertungssysteme dafür besonders anfällig sind. Nutzerbewertungen seien neben dem Preis schließlich das wichtigste Entscheidungskriterium für Verbraucher, wenn sie etwas im Internet kauften. „Auch bei der Wahl eines Arztes, Handwerkers oder Restaurants vertrauen viele Verbraucher auf Bewertungen anderer Nutzer im Internet“, sagt Mundt.

          In den kommenden Monaten schreibt das Bundeskartellamt deshalb zahlreiche Betreiber von Internet-Portalen an, die Nutzerbewertungen entweder selbst abfragen oder sie darstellen. Sektoruntersuchungen nennt die Behörde das, dabei richtet sich der Fokus nicht auf einzelne Unternehmen. Aus den Informationen können aber Kartellverfahren entstehen.

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