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Kinder in Gefahr : Apple und Google entfernen Dating-Apps

  • -Aktualisiert am

Für Kinder gelten bei der Datensammlung durch App-Anbieter strengere Regeln. Bild: dpa

Dating-Apps sind gerade bei jungen Nutzern populär. Einige Anbieter halten sich aber nicht an den Jugendschutz. Das bringe Kinder in Gefahr, warnt eine Behörde in Amerika. Apple und Google ziehen jetzt Konsequenzen.

          Dating-Apps sind bei Smartphone-Nutzern sehr beliebt. In Deutschland nutzen sie fast zehn Prozent der Bevölkerung zur Partnersuche. Doch der leichte Zugang zum digitalen Flirten erhöht auch das Risiko für Minderjährige. Apple und Google, die beiden größten Anbieter von Betriebssystemen für Mobiltelefone, haben nach Warnungen der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC nun drei Dating-Apps aus ihren Angeboten entfernt, wie die FTC in einer Pressemitteilung verkündete.

          Die drei Apps Meet24, Fastmeet und Meet4U des ukrainischen Unternehmens Wildec hatten auch Kindern unter 13 Jahren Zugang zu ihren Diensten ermöglicht. Damit verstießen sie gegen ein amerikanisches Jugendschutzgesetz, das Unternehmen verpflichtet, das Einverständnis der Eltern einzuholen, bevor sie persönliche Daten von Kindern sammeln, sowie gegen das amerikanische Verbraucherschutzgesetz, das Nutzer vor „substantiellem Schaden“ schützen soll.

          Die Wildec-Apps sammelten unter anderem Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Fotos und den Aufenthaltsort ihrer Nutzer in Echtzeit. Die Apps hätten zwar in ihren Geschäftsbedingungen zur Privatsphäre erklärt, Nutzer unter 13 Jahren auszuschließen. Tatsächlich sei es aber möglich gewesen, sich auch dann anzumelden und Nachrichten von anderen zu empfangen, wenn Nutzer bei der Anmeldung angaben, jünger zu sein.

          Wildec schien sich bewusst zu sein, so die FTC, dass jüngere Kinder seine Apps nutzten. Mehrere Individuen seien bereits angezeigt worden, weil sie mutmaßlich Minderjährige über Wildecs Apps kontaktiert hatten.

          Auch Tinder steht in der Kritik

          Die FTC berichtet, sie habe Wildec vor kurzem gewarnt, dass die Apps gesetzeswidrig seien, und aufgefordert, alle persönlichen Daten von Kindern sofort zu löschen. Außerdem warnt sie Eltern vor den Apps des Anbieters und weist sie darauf hin, dass „Erwachsene – einschließlich Sexualverbrechern – nach Alter und Ortsangaben suchen“ können, um „Kinder in der Nähe zu identifizieren“. „Besorgte Eltern“ sollten die Apps entfernen, wenn sie sie auf den Geräten ihrer Kinder finden.

          Auch größere Dating-Apps wie Tinder und Grindr waren in diesem Jahr wegen zu nachlässiger Jugendschutzmaßnahmen in die Kritik geraten. Die britische „Sunday Times“ hatte im Februar über 30 Fälle von Vergewaltigung von Kindern im Vereinigten Königreich aus den vergangenen vier Jahren öffentlich gemacht, in denen die Täter ihre Opfer über die populären Apps kennengelernt hatten. Dazu kamen 60 weitere Sexualstraftaten an Minderjährigen, unter anderem Kindesentführung. Tinder schließt zwar Minderjährige grundsätzlich von seinen Diensten aus, die Altersüberprüfung lässt sich aber leicht umgehen.

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