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Israelis übernehmen Wooga : Eine Berliner Games-Schmiede auf dem Weg in die weite Welt

  • Aktualisiert am

Hier entstehen deutsche Computerspiele: Blick in Woogas Geschäftsräume in Berlin-Mitte. Bild: dapd

Es ist eines der größten Studios für Smartphone-Spiele in Deutschland – und hat seine Muttergesellschaft künftig in Israel: Das Berliner Unternehmen Wooga wird vom israelischen Spielehersteller Playtika übernommen.

          Der israelische Spielehersteller Playtika übernimmt einen der großen Spieleentwickler in Deutschland, das Berliner Start-up Wooga. Das derzeit 180-köpfige Wooga-Team werde aus seiner Zentrale in Berlin jedoch weiter unter Leitung von Gründer Jens Begemann arbeiten, teilten die Unternehmen am Montag mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Wooga entwickelt vor allem Spiele für Soziale Netzwerke und Smartphones und vermarktet diese auch international. Bekannte Titel sind etwa „Pearl’s Peril“ und „Jelly Splash“.

          Playtika mit Sitz in Herzliya in Israel beschäftigt über 2000 Mitarbeiter an mehr als zwölf Standorten auf der ganzen Welt. Zu seinen großen Hits gehören unter anderem Kasino-Spiele wie „House of Fun“ oder „Caesars Casino“. Insgesamt verzeichnet das Unternehmen nach eigenen Angaben monatlich 22 Millionen aktive Nutzer.

          Playtika bietet Wachstumsperspektiven

          Wooga könne künftig vor allem von Playtikas Stärken in Sachen Künstlicher Intelligenz und der Analyse von großen Datenmengen profitieren, hieß es. Wooga bringe die Erfahrung im Entwickeln von Gelegenheitsspielen mit, Playtika die Technologien, „die uns helfen werden, neue Zielgruppen zu erreichen“, sagte Wooga-Chef und Gründer Begemann. Wooga ist bekannt für diese „Casual Games“, die Nutzer zumeist kostenlos auf ihren Smartphones oder Tablets spielen.

          Die Entwicklung seiner Spiele finanziert Wooga, ohne dass die meisten Spieler für die Spiele bezahlen müssen. Wie die meisten Anbieter von mobilen Spielen bietet es die Spiele zum kostenlosen Herunterladen an und offeriert zugleich Vorteile im Spiel durch mögliche Käufe, sogenannte In-App-Purchases. Solche Käufe tätigen aber nur fünf Prozent der Spieler, wie Wooga-Chef Begemann gegenüber FAZ.NET vorrechnete. Diese fünf Prozent reichten aber für drei Viertel der Gesamtumsätze eines Spiels aus. Das restliche Viertel stamme aus Werbung.

          Wooga war im Jahr 2009 an den Start gegangen, zu den Investoren gehörten damals unter anderem die britische Risikokapitalgesellschaft Balderton Capital, die amerikanische Gesellschaft Highland Capital Partners und Holtzbrinck Ventures aus Deutschland. Durch Neuaufstellungen in den vergangenen Jahren gab es wiederholt Entlassungswellen. Zuletzt hatte sich das Start-up aufgrund starker Konkurrenz im Februar von 30 Mitarbeitern getrennt.

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