https://www.faz.net/-gqe-9ro8g

Hyperloop : In Überschallgeschwindigkeit durch die Röhre

Florian Janke, der Luft- und Raumfahrt studiert, ist seit März 2017 bei dem Projekt dabei, technischer Leiter und Schatzmeister des neu gegründeten Vereins Next Prototyp, der hinter TUM Hyperloop steht. Bild: Rüdiger Köhn

Seit 2017 räumen Studenten der Technischen Universität München die Siege im Wettbewerb um das von Elon Musk initiierte Tunnel-Transportsystem ab. Nun wollen sie ein Start-up gründen, das schon erstaunlich konkrete Formen angenommen hat.

          5 Min.

          Die kleine Oval in grau hat wahrlich nicht die Ausmaße der 1,25 Kilometer langen Röhre, die in Hawthorne bei Los Angeles auf dem Gelände des Raumfahrtunternehmens Space X des Tesla-Gründers Elon Musk steht. Gerade einmal sieben Meter im Außen-Durchmesser und nur etwas mehr als dreißig Zentimeter dick ist die Vakuumröhre aus Beton. Und doch ist sie ein Ausrufezeichen – man kann auch sagen: ein Statement.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Die 50 Studenten der Technischen Universität München (TUM) wollen nach ihren vier souveränen Siegen im „Space X Hyperloop Pod Competition“, von Elon Musk in den vergangenen drei Jahren veranstaltet, das Heft selbst in die Hand nehmen. Ein Kern von zwölf Studenten verschiedener Fakultäten will die Entwicklung eines völlig neuen Transportkonzeptes vorantreiben, mit dem Menschen in einer Vakuumröhre in Überschallgeschwindigkeit befördert werden können. Mit einem Start-up wollen sie so in etwa fünf Jahren eine zehn Kilometer lange Röhre mit zwei Meter Innendurchmesser als Referenzstrecke in Betrieb nehmen, in der eine Kapsel (englisch: Pod) mit Menschen im Schwebezustand durchgejagt werden kann.

          Basteln am eigenen Projekt

          Dann, sagt Florian Janke, könne die Kommerzialisierungsphase beginnen. Janke, 26 Jahre, ist der technische Leiter im Team von „TUM Hyperloop“ und beginnt demnächst die Masterarbeit für den Abschluss zum Luft- und Raumfahrtingenieur. Er ist seit März 2017 dabei und so für drei Space-X-Pod-Siege mitverantwortlich. Er gehört zu einer Gruppe von etwa zwölf Projektteilnehmern, die sich neue ambitionierte Ziele setzen. Sie wollen ein Unternehmen gründen und es mit übermächtigen, schon stark finanzierten Start-ups wie Virgin Hyperloop One und Hyperloop Transportation Technologies (HTT) des Deutschamerikaners Dirk Ahlborn aufnehmen. Den anstehenden fünften Wettbewerb im Sommer nächsten Jahres verfolgen sie weiter. Nur basteln die „TUMler“ parallel am eigenen Projekt.

          „Das ist der Grundstein für unsere nächsten Schritte“, spricht Janke und blickt nicht ohne Stolz auf das, was nach der Rückkehr aus Los Angeles in wenigen Wochen errichtet worden ist. Prominent und für jeden sichtbar ist die graue Röhre zwischen grünen Sträuchern auf Steinfundamenten errichtet worden; draußen an der Lichtenbergstraße am Forschungszentrum in Garching bei München. Die kleine Testfläche steht vor dem „Makerspace“, einer 1500 Quadratmeter großen Werkstatt, wo Studenten werkeln und ihre Ideen austüfteln können. Die Studenten von TUM Hyperloop verfügen sogar über eine fest zugeteilte Fläche von rund 40 Quadratmetern mit selbst entwickelten Testständen. „Makerspace“ ist eine Tochtergesellschaft von UnternehmerTUM. Das ist eine Gesellschaft, die eng mit der Uni verbunden ist. Gründer und Erfinder werden von der Idee bis zum Börsengang begleitet und von Quandt-Erbin Susanne Klatten auch unterstützt. Sie ist Vorsitzende des Aufsichtsrates der GmbH.

          Weitere Themen

          Vorerst keine weiteren Streiks bei Lufthansa

          Schlichtung mit Ufo : Vorerst keine weiteren Streiks bei Lufthansa

          Der Streik der Flugbegleiter in der vergangenen Woche hat bei Lufthansa ein Umdenken bewirkt: Der Konzern steigt in Verhandlungen mit der bislang hart bekämpften Gewerkschaft Ufo ein – und hat erste Zugeständnisse gemacht.

          Thomas Cook sagt alle Reisen ab 2020 ab Video-Seite öffnen

          Kunden haben Nachsehen : Thomas Cook sagt alle Reisen ab 2020 ab

          Bittere Nachricht für die verbliebenen Kunden von Thomas Cook in Deutschland. Der insolvente Veranstalter sagt alle Reisen ab Januar 2020 ab. Wer die Reise schon bezahlt hat, muss sich an den Versicherer von Thomas Cook wenden.

          Topmeldungen

          Bevölkerungswachstum : „Ein politisch heikles Thema“

          Die Demographie-Forscherin Alisa Kaps über die Weltbevölkerungskonferenz, schwierige Gespräche mit afrikanischen Regierungschefs, Gegenwind von Abtreibungsgegnern und darüber, wie Rechtspopulisten das Thema Bevölkerungswachstum besetzen.
          Emmanuel Macron auf dem Pariser Friedensforum am Dienstag, 12. November

          Macron setzt nach : Mit Absicht vor den Kopf gestoßen

          Macrons Äußerungen zum „Hirntod“ der Nato gerieten auf viel Kritik. Nun verteidigt sich der französische Präsident beim zweiten Pariser Friedensforum.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.