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Wenden und belegen : In Kalifornien kommt der Burger vom Roboter

  • -Aktualisiert am

Einige Restaurants beschäftigen Roboter als Kellner, auch außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Szene wurde in Bangladesch fotografiert. Bild: dpa

Wer in Kalifornien dem Küchenchef für einen exzellenten Burger danken will, dürfte demnächst immer häufiger vor einem Roboter stehen. Manchmal profitieren davon sogar die Angestellten.

          Das Silicon Valley ist das Weltzentrum technischer Innovation. Burger sind das amerikanische Nationalgericht. Es sollte also nicht überraschen, dass die ersten Burger-Restaurants in Kalifornien ihre Burger von Robotern braten lassen. Technik- und Ernährungsmagazine in den Vereinigten Staaten berichten von zwei Restaurants in San Francisco und Los Angeles, in denen Kellner und Köche Roboter zum Kollegen haben.

          Im Restaurant Caliburger kommt der Roboter Flippy zum Einsatz. Flippy brät Buletten und überbackt sie sogar mit Käse. Die weltweite Berichterstattung hat in dem Restaurant zu einem Besucheransturm geführt, mit dem es und der Roboter überfordert waren. Inzwischen hat Caliburger die Probleme aber in den Griff bekommen. Der Roboter brät zuverlässig 150 Buletten pro Stunde.

          Ein Burger-Vollautomat

          Das Restaurant Creator in San Francisco geht noch einen Schritt weiter. Dort wird der gesamte Burger von einem Roboter zubereitet: Braten, belegen, mit Soßen bestreichen – alles automatisch. Es geht dem Inhaber Alex Vardakostas aber nicht darum, Personalkosten zu sparen, wie es in einigen vollautomatisierten Cafés in Kalifornien der Fall ist.

          Das Institut für künstliche Intelligenz in Bremen geht unter die Pizzerien. Hier gibt es Margherita.

          Im Gegenteil: Er hält das für eine Dystopie. Stattdessen gibt er seinen Angestellten mehr Zeit, die Kundschaft zu bedienen. Außerdem dürfen sie fünf Prozent ihrer Arbeitszeit mit Lesen und Fortbildungen verbringen und erhalten kostenlosen Zugang zu Online-Kursen.

          Zugegeben: Waffeln mit Puderzucker zu bestreuen ist eine eher einfache Tätigkeit für einen Roboter.

          Die eingesparten Kosten kommen direkt den Kunden zugute. Die Burger kosten für kalifornische Verhältnisse günstige sechs Dollar. Davon gibt das Restaurant 40 bis 50 Prozent für Lebensmittel aus. In der Branche sind 30 Prozent üblich.

          Kochende Roboter auch in Deutschland

          Auch in Deutschland gibt es erste Versuche, Roboter zu Köchen auszubilden. Am Institut für künstliche Intelligenz in Bremen lernen Roboter, Pizzen und Popcorn zuzubereiten. Vielleicht gibt es ja auch bald Currywurst oder Schweinshaxe vom Roboter?

          Die beiden konkurrierenden Philosophien der kalifornischen Roboter-Restaurants stehen sinnbildlich für die Möglichkeiten und Gefahren der Technik-Revolution. Entweder helfen Roboter der Menschheit, weniger Zeit mit unliebsamen Tätigkeiten – wie Bulettenwenden – zu verbringen und mehr Zeit in Bildung und Beziehungen zu investieren. Oder sie machen viele von uns arbeitslos.

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