https://www.faz.net/-gqe-9lw36

Unfairer Wettbewerb? : Idealo verklagt Google auf halbe Milliarde Euro Schadensersatz

  • Aktualisiert am

Idealo fühlt sich im Wettbewerb mit Google Shopping benachteiligt. Bild: EPA

Das Vergleichsportal Idealo fühlt sich im Wettbewerb mit Google benachteiligt und verklagt den Suchmaschinenkonzern. Es geht um 500 Millionen Euro. Doch der Betrag könnte noch steigen.

          Das Produkt- und Preisvergleichsportal Idealo hat Google verklagt. Aus Sicht des Onlineportals verschaffe sich Google einen Vorteil dadurch, dass der Konzern seinen Produkt- und Preisvergleichsdienst oben in den Suchergebnissen plaziere. Die Klage vor dem Landgericht Berlin belaufe sich auf ungefähr 500 Millionen Euro inklusive Zinsen, wie das mehrheitlich zum Medienhaus Axel Springer gehörende Internetportal am Freitag mitteilte. Idealo hat seinen Sitz in Berlin und beschäftigt dort nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeiter.

          Es ist die erste Klage, die sich auf eine Entscheidung der Europäischen Union gegen Google aus dem Jahr 2017 beruft. Die EU hatte Google abgemahnt, weil es seine dominante Position im Suchmaschinenmarkt missbraucht und Mitbewerber in den Suchergebnissen benachteiligt haben soll. Die Bußzahlung beläuft sich auf 2,42 Milliarden Euro. EU-Wettbewerbskommissarin Margarethe Vestager hatte Unternehmen dazu ermutigt, auf Grundlage dieser Entscheidung Schadenersatz von Google zu verlangen. Google hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt. Zu der aktuellen Klage wollte sich der Digitalkonzern nicht äußern.

          Idealo wirft Google vor, die Vorgaben aus der Entscheidung nicht umgesetzt zu haben. Das Portal behalte sich vor, den geforderten Betrag im Laufe des Verfahrens zu erhöhen. Idealo geht selbst von einem mehrere Jahre dauernden Rechtsstreit aus. „Ein fairer Wettbewerb im Internet ist nur möglich, wenn Monopolisten wie Google andere Marktteilnehmer nicht zugunsten eigener Angebote benachteiligen dürfen. Wir wollen mit dem Verfahren ein Zeichen setzen, dass sich gegen das rechtsmissbräuchliche Verhalten von Google zur Wehr gesetzt werden kann“, teilte Geschäftsführer Philipp Peitsch mit.

          Weitere Themen

          Ist Viagogo zu teuer und willkürlich?

          Vorwurf der Marktwächter : Ist Viagogo zu teuer und willkürlich?

          Die Ticketplattform Viagogo steht bei Fußballfans schon lange in der Kritik, die Vereine warnen. Jetzt haben Verbraucherschützer die Plattform analysiert. Ihr Ergebnis: Manche Tickets kosten das Dreifache des Originalpreises.

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Sigmar Gabriel und die SPD : Gute Ratschläge von der Seitenlinie

          Sigmar Gabriel plane angeblich schon das Ende seiner politischen Karriere, heißt es. Es gehört zum ambivalenten Verhältnis der SPD zu ihrem größten Talent, dass viele Genossen sich nicht sicher sind, ob das eine schlechte oder eine gute Nachricht ist. Eine Analyse.
          Greta Thunberg in der vergangenen Woche in Schweden

          Grüne in Schweden : Verloren trotz Greta Thunberg?

          Anders als in Deutschland haben die Grünen bei der Europawahl ausgerechnet in Schweden, der Heimat Greta Thunbergs, schwächer abgeschnitten. Warum ist das so?
          nnegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, spricht bei einer Pressekonferenz am 13. Mai im Konrad-Adenauer-Haus.

          Europawahl-Liveblog : AKK bestreitet Rechtsruck in der JU

          Tories und Labour wollen sich zum Brexit positionieren +++ JU-Chef Kuban: „Schlag ins Gesicht“ +++ Gauland erklärt Grüne zum „Hauptgegner“ für die AfD +++ Alle Informationen im FAZ.NET-Liveblog:

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.