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Huawei-Kommentar : Es geht um mehr als nur ein Unternehmen

  • -Aktualisiert am

Die seit Monaten schwelende Entwicklung rund um den Elektronikkonzern Huawei hat Folgen für ganze Branchen und Länder. Die Bundesregierung sollte sich mit einer Beurteilung Zeit lassen.

          Für den chinesischen Elektronikkonzern Huawei wird die Luft dünner. Zuletzt hat der IT-Gigant zwar Apple im Smartphone-Geschäft überholt und Siemens mit Blick auf die Zahl der Patentanmeldungen. Doch die Erfolge nützen wenig, wenn ein Unternehmen unter Spionageverdacht steht und von großen Märkten ausgeschlossen wird. Wie brenzlig die Lage ist, zeigen Äußerungen des bis dahin äußerst medienscheuen Firmengründers Ren Zhengfei: „Ich liebe mein Land, ich unterstütze die Kommunistische Partei, aber ich werde niemals etwas tun, was irgendeinem Land in der Welt schadet.“

          Im Westen nimmt man ihm das nicht ab. Hier lautet das Motto: Im Zweifel gegen den Angeklagten. Die seit Monaten schwelende Entwicklung hat Folgen für ganze Branchen und Länder. Insgeheim freuen können sich konkurrierende Netzausrüster wie Nokia oder Ericsson aus Europa. Eher ärgerlich finden es Mobilfunkbetreiber: Ein Anbieter weniger schwächt ihre Verhandlungsposition. Und noch völlig unklar ist, was der Verdacht für den Ausbau des deutschen 5G-Mobilfunknetzes bedeutet. Die Bundesregierung sollte sich mit einer Beurteilung Zeit nehmen. Es geht um mehr als nur um ein Unternehmen.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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