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Streit mit Amerika : Huawei kämpft sich im Smartphone-Markt zurück

  • -Aktualisiert am

Das Huawei-Logo Bild: AFP

Amerika hat Huawei jüngst enorm unter Druck gesetzt. Jetzt läuft es wieder besser für den chinesischen Tech-Konzern. Er schließt sogar weiter Verträge im 5G-Ausbau ab.

          Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei hat sich nach eigener Aussage von dem Druck nach den Spionagevorwürfen erholt und sich im Smartphone-Verkauf wieder nahezu an die Zeit vor dem Handelskonflikt zwischen China und Amerika herangetastet. „Es gab einen Rückschlag am Markt, der Kunde hat gezögert, aber der Markt hat sich wieder erholt“, sagte David Wang, der stellvertretende Huawei-Chef in Deutschland, am Dienstag in Düsseldorf.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Vereinigten Staaten hatten Huawei im Mai auf eine schwarze Liste gesetzt, was Auswirkungen auf Geschäfte von amerikanischen Unternehmen mit den Chinesen haben kann. Mitte August läuft eine Frist von Präsident Trump aus. Der Suchmaschinenkonzen Google hatte als Reaktion auf das mögliche Embargo angekündigt, Huawei von seinem Betriebssystem Android ausschließen zu müssen. Das hatte viele Kunden verunsichert, weil Huawei für seine Smartphones auf Android setzt.

          Wang betonte nun abermals, dass sich Kunden keine Sorgen machen müssten. „Alle Apps können wie üblich Android nutzen und bekommen weiterhin Sicherheitsupdates“, sagte er. Ob Huawei daran arbeite, sich mit einem eigenen Betriebssystem von den Amerikanern unabhängiger zu machen, wollte Wang nicht bestätigen. In der Telekommunikationsbranche sei Zusammenarbeit sehr wichtig, sagte er. „Es ist unmöglich, alles selbst zu machen.“

          Vodafone arbeitet weiter mit Huawei zusammen

          Konkrete Verkaufszahlen zu seinen Smartphones nennt das Unternehmen in wenigen Wochen zum Halbjahresbericht, nach Berechnungen der Marktforscher von Gartner hatte sich Huawei im ersten Quartal auf dem zweiten Platz hinter dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung behauptet. Im Jahresvergleich hatten die Chinesen ihren Marktanteil sogar von 10 auf 15 Prozent steigern können. Im vergangenen Jahr hat Huawei in Deutschland rund 2,4 Milliarden Dollar umgesetzt, neben dem Geschäft mit den Geräten werden dort aber auch die Umsätze mit der Telekommunikationsausrüstung eingerechnet.

          Huawei ist einer der größten Netzwerkausrüster der Welt, die Rolle des Konzerns im Ausbau der 5G-Netze wird seit Monaten stark diskutiert. Das Unternehmen habe sich in der 30 Jahre währenden Geschichte nichts zuschulden kommen lassen. „Wir haben eine hundertprozentig weiße Weste in puncto Sicherheit“, sagte Wang. Nicht äußern wollte er sich dazu, wie viele 5G-Verträge es hierzulande schon gebe. Insgesamt gebe es global 54 Verträge für 5G-Netzwerke, davon gut die Hälfte in Europa, etwa in Ländern wie Monaco, Großbritannien oder der Schweiz. Gut 150.000 Basisstationen für 5G habe Huawei schon ausgeliefert.

          Vodafone teilte in einer späteren Veranstaltung am selben Tag mit, weiter mit Huawei zusammenzuarbeiten. Seit dem Jahr 2011 kooperiert der Telekommunikationskonzern mit Huawei in seinem Netz und wird das auch weiter tun. Zudem sind auch die neuen Smartphones der Chinesen für die 5G-Strategie von Vodafone wichtig. Die Deutsche Telekom hält sich unterdessen noch zurück. Manche Marktbeobachter gehen davon aus, dass das an den Fusionsbemühungen mit dem amerikanischen Wettbewerber Sprint liegen könnte.

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