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Wer wird haften? : Automatisierte Autos, geteilte Verantwortung

Wer haftet bei einem Unfall, wie hier im September in York, wenn der Fahrer kein Mensch war? Bild: dpa

Wer haftet eigentlich bei einem schweren Unfall, wenn der Computer das Auto fährt? Die Antwort auf diese Frage ist kompliziert.

          Kommt es heutzutage zu einem Autounfall, ist die Haftungsfrage relativ leicht zu beantworten. Letztlich haftet der Fahrer des Fahrzeugs oder aber dessen Halter. Werde durch ein Auto „ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Halter verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen“, heißt es daher in Paragraph 7 des Straßenverkehrsgesetzes. Zudem tragen die Hersteller über die sogenannte Produkthaftung Verantwortung, dass ihre Autos den Anforderungen genügen. Verfügen jedoch Autos künftig über immer mehr computergesteuerte automatisierte Fahrfunktionen, wird die Sache komplizierter.

          Darauf verwies auch der Bericht der „Ethikkommission Automatisiertes und Vernetztes Fahren“ aus dem Juni dieses Jahres. „Vollautomatisierte und fahrerlose Fahrzeuge unterliegen weitergehenden Einflussfaktoren“, schrieben die Fachleute des Gremiums, das der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzt hatte. Daher müssten neben Haltern und Herstellern die „Hersteller und Betreiber der Unterstützungstechniken des Fahrzeugs in das System der Haftungsteilung einbezogen werden“, lautet der Ratschlag der Ethikkommission.

          19 Prozent sehen Verantwortung beim Fahrer

          Auf eine geteilte Verantwortung lässt auch eine Umfrage schließen, die der Technikbranchenverband Bitkom am Mittwoch veröffentlicht hat. Dafür befragte der Bitkom zum einen Führungskräfte von 177 Autohersteller- und Zulieferunternehmen. 41 Prozent davon gaben an, dass der Hersteller der Software die Haftung übernehmen soll. Jeweils rund ein Fünftel verortet die Verantwortung beim Hersteller beziehungsweise beim Fahrer eines automatisiert fahrenden Autos. 12 Prozent wollen dagegen den Halter in die Pflicht nehmen.

          Vom Bitkom repräsentativ befragte Privatpersonen ab 14 Jahren schließen dagegen eine Halterhaftung für automatisiert fahrende Autos kategorisch aus. Ähnlich wie die Branchenvertreter sehen fast 40 Prozent den Softwareanbieter in der Pflicht. Ein Drittel gibt an, dass der Fahrzeughersteller im Schadensfalle gerade stehen soll. 19 Prozent sehen die Verantwortung beim Fahrer.

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