https://www.faz.net/-gqe-9ic9k

Hacker-Angriff auf Politiker : Was ist Doxxing?

  • Aktualisiert am

Auf einem Laptopbildschirm ist die Internetseite des deutschen Bundestags zu sehen. Bild: dpa

Bei einem Hacker-Angriff auf hunderte deutsche Politiker wurden zahlreiche personenbezogene Daten geklaut und veröffentlicht. Dieser Vorgang hat einen Namen: Doxxing.

          Der Schutz der Privatsphäre wird in Deutschland unter anderem durch das im Grundgesetz garantierte Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis gewährleistet. Bei der jüngsten Online-Attacke ging es den Tätern vor allem darum, diesen Schutz der Privatsphäre zu verletzen und möglichst viele personenbezogene und vertrauliche Daten von Politikern und Prominenten, die oft von rechts attackiert werden, öffentlich zu machen.

          Im Gegensatz zu „Leaks“ von Whistleblowern wie dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden geht es beim sogenannten „Doxxing“ (auch „Doxing“ geschrieben) um personenbezogene Daten. Die Betroffenen sollen im Netz vorgeführt werden. Außerdem wollen die Täter einen Missbrauch der Daten ermöglichen.

          Der Begriff „Doxxing“ leitet sich vom englischen Wort „docs“ (Dokumente) ab. Beim „Doxxen“ werden möglichst viele private Informationen wie Kreditkartennummern, Scans von Ausweisdokumenten, vertrauliche Privatadressen oder Handynummern illegal abgefischt und dann online gestellt. In Amerika spielt dabei auch die Sozialversicherungsnummer eine entscheidende Rolle, weil diese wiederum Tür und Tor für alle möglichen Betrugsattacken eröffnet.

          Wer die vertraulichen Dokumente und Informationen ins Netz gestellt hat, lässt sich im Regelfall nicht ermitteln. Im Web stehen etliche Dienste wie Pastebin, Box.com oder Megaupload zur Verfügung, die anonym oder mit einem Pseudonym genutzt werden können.

          Im aktuellen Fall spielt der Kurznachrichtendienst Twitter eine wichtige Rolle. Dort verbreitete ein User seit dem 1. Dezember in einer Art Adventskalender Links auf Textdokumente, in denen wiederum die vertraulichen Informationen stehen. Außerdem sind in den Textdokumenten Links zu vertraulichen Dateien enthalten. Dabei handelt es sich um Scans von Ausweisdokumenten, PDF-Dateien von Briefen, Screenshots von Chat-Verläufen und andere sensible Inhalte. Der Account wurde erst am Freitagvormittag von Twitter deaktiviert.

          Weitere Themen

          Über 40 Tote durch Angriff auf Moscheen Video-Seite öffnen

          Neuseeland : Über 40 Tote durch Angriff auf Moscheen

          Noch sei nicht bekannt, wie viele Opfer es gebe, und ob die Gefahr bereits gebannt sei. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Ein Video des Angriffs ist mutmaßlich vom Täter veröffentlicht worden.

          Topmeldungen

          1:1 gegen Serbien : Deutscher Neuanfang mit Anlaufproblemen

          Die deutsche Nationalmannschaft braucht einige Zeit, um in der Ära nach Boateng, Hummels und Müller in Schwung zu kommen. Leon Goretzka rettet ein Unentschieden. Für Serbien hat der Frankfurter Jovic getroffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.