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Marktbeherrschende Stellung : Großbritannien leitet Untersuchungen gegen Google und Facebook ein

  • -Aktualisiert am

as Facebook-Logo wird auf einem Smartphone gespiegelt, das auf einer Tastatur liegt. Bild: dpa

Wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung leitet Großbritannien Untersuchungen gegen Facebook und Google ein. Bis zu einem Verfahren könnte es aber noch dauern.

          Großbritannien hat Untersuchungen gegen Online-Riesen wie Facebook und Google wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet. Das geht aus einem Bericht hervor, welchen die britische Wettbewerbs- und Marktbehörde am Mittwoch veröffentlicht hat. In dem Bericht werden nicht nur Facebook und Google, sondern auch angegliederte Unternehmen wie Youtube und Instagram erwähnt.

          Kritisiert wird dort deren dominierende Rolle beim Thema Werbeanzeigen. Britische Internetnutzer verbringen demnach rund ein Drittel ihrer gesamten Online-Zeit auf Seiten oder Apps, die mit Google oder Facebook verbunden sind. Zudem würde die Mehrheit aller digitalen Werbeeinnahmen auf die beiden Unternehmen entfallen. Dabei dominiere Facebook vor allem bei bildlichen Werbeanzeigen, während Google bei Such-Werbeanzeigen eine dominierende Stellung einnehme. Laut des Berichts fließen mittlerweile mehr als die Hälfte aller Werbeeinnahmen an digitale Konzerne.

          Verbunden wird die Macht im Werbe- und Anzeigenmarkt mit der unzureichenden Möglichkeit der Nutzer, ihre persönlichen Daten zu kontrollieren. Auch soll überprüft werden, inwiefern Nutzer den Zugriff auf ihre Daten überblicken und wie weit sie sich bewusst sind, welche Daten benutzt und verwertet werden. Außerdem würde eine wachsende Marktmacht den Wettbewerb einschränken und die Schranken für potentielle neue Anbieter zu hoch ansetzen. 

          Aufspaltung wird nicht ausgeschlossen

          In dem Bericht werden bereits mögliche regulatorische Schritte erörtert. Falls sich der Verdacht einer marktbeherrschenden Stellung erhärten würde, müssten Nutzer größere Kontrollen über ihre Daten bekommen und Werbe-Prozesse transparenter gestaltet werden. Auch eine Aufspaltung gewisser Teile der Unternehmen schließt der Bericht nicht aus. Mit Blick auf Werbeanzeigen ist dort geschrieben, dass „die Trennung verschiedener Aktivitäten in der digitalen Werbe-Wertschöpfungskette“ in Erwägung gezogen wird.

          Ob Verfahren gegen Facebook und Google wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet werden, ist bisher noch nicht sicher. Der aktuelle Bericht erhärtet allerdings die Vermutung, dass es bald dazu kommen könnte. Bereits im März hatte eine Studie der britischen Regierung gezeigt, dass große Digital-Konzerne neue Regeln brauchen.

          Der nun veröffentlichte Bericht wäre in diesem Sinne der nächste Schritt. Betroffene Akteure, wie Google und Facebook, aber auch Interessengruppen, haben nun bis Ende Juli Zeit, Stellung zu dem Bericht zu beziehen. Danach sollen bis Anfang Januar 2020 erste Empfehlungen ausgesprochen werden. In genau einem Jahr will die britische Wettbewerbsbehörde die Ergebnisse ihrer Untersuchung präsentieren.

          Britische Verfahren gegen Google und Facebook wären nicht die ersten dieser Art. Schon mehrfach hat die EU Strafzahlungen in Milliardenhöhe gegen Google wegen des Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung verhängt. In Amerika erwartet Facebook Strafzahlungen in Höhe von fünf Milliarden wegen eines Datenlecks. Auch hat der amerikanische Kongress angekündigt, die marktbeherrschende Stellung von Facebook, Google oder Amazon überprüfen zu wollen. 

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