https://www.faz.net/-gqe-9jyd8

„Risiken kontrollierbar“ : Großbritannien hat keine Angst vor Huawei

  • Aktualisiert am

Das Huawei-Logo an einem Gebäude in Ottawa, Kanada Bild: Reuters

Die Regierungen mehrerer Länder prüfen, ob der Einsatz von Huawei-Technologie im 5G-Ausbau nationale Risiken birgt. Großbritannien hat sich jetzt entschieden. Wird Deutschland folgen?

          Die britische Regierung hält einem Bericht der „Financial Times“ zufolge die Risiken durch einen Einsatz von Huawei-Ausrüstung in 5G-Netzen für kontrollierbar. Dies sagten zwei Personen unter Berufung auf Erkenntnisse des britischen nationalen Cybersicherheits-Zentrums NCSC der Zeitung. Details wurden nicht genannt. Eine Person sagte dem Blatt, diese Schlussfolgerung könne „starkes Gewicht“ bei anderen europäischen Ländern haben und ihnen gegebenenfalls als Schablone dienen.

          Amerikanische Geheimdienste werfen Huawei und dem kleineren chinesischen Wettbewerber ZTE vor, Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen. Sie vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür öffnen, um an Staats- und Firmengeheimnisse zu gelangen oder kritische Infrastruktur lahmzulegen. Huawei weist dies vehement zurück. Beweise gibt es bisher nicht.

          Inzwischen haben allerdings mehrere Industriestaaten erklärt, den Einsatz von Huawei-Technik in ihren Märkten einzuschränken. Die Bundesrepublik hat bisher noch keine Entscheidung über den künftigen Umgang mit Huawei getroffen. Bisher arbeiten alle Telekomanbieter in Deutschland mit dem chinesischen Unternehmen zusammen.

          Im November hatte der neuseeländische Geheimdienst dem Telekomanbieter Spark verboten, 5G-Infrastruktur von Huawei einzusetzen. Zugleich zeigte der Nachrichtendienst GCSB Spark Möglichkeiten auf, gegen die Sicherheitsbedenken vorzugehen. Jetzt sei es an Spark, sagte die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag. Neuseeland gehört wie das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten dem Sicherheitsbündnis „Five Eyes“ an. In diesem Rahmen würden Informationen geteilt, aber „wir treffen unabhängige Entscheidungen“ hinsichtlich des weiteren Umgangs mit Huawei, sagte Ardern. Spark erklärte, in Gesprächen mit dem GCSB zu sein. 

          Weitere Themen

          Was sie über 5G wissen müssen Video-Seite öffnen

          Neuer Mobilfunkstandard : Was sie über 5G wissen müssen

          Die Bundesnetzagentur versteigert in Mainz die Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Es geht um superschnelles Internet, Milliarden für den Staat, die Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Gesundheit der Verbraucher.

          Phase der Hochkonjunktur vorbei Video-Seite öffnen

          Top-Ökonomen : Phase der Hochkonjunktur vorbei

          Führende Ökonomen und Regierungsberater blicken deutlich skeptischer auf die deutsche Wirtschaft und schließen selbst einen Abschwung nicht aus. Grund seien vor allem der Brexit und sowie das schwache letzte Quartal 2018.

          Topmeldungen

          Reaktionen auf John Bercow : „Der Brexit-Zerstörer“

          Die britische Boulevard-Presse stürzt sich auf den Unterhaussprecher John Bercow, nachdem dieser die dritte Abstimmung über das Brexit-Abkommen verhindert hat. Auch unter Abgeordneten herrscht Unmut. Derweil will May die EU um Aufschub bitten.

          Anschlag in Christchurch : Trump wehrt sich gegen Vorwürfe der Mitschuld

          Das Manifest des Christchurch-Attentäters erwähnt Donald Trump lobend. Dieser erkennt im weißen Nationalismus keine wirkliche Gefahr und sieht sich zu Unrecht beschuldigt. Auch Youtube-Star „PewDiePie“ muss sich distanzieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.