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Fast 1,5 Milliarden Euro : Google will Wettbewerbs-Buße der EU anfechten

  • Aktualisiert am

Google will die Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission über 1,49 Milliarden Euro anfechten Bild: Reuters

Der Online-Riese Google will gegen eine milliardenschwere Buße der EU-Kommission wegen Wettbewerbsbehinderung vorgehen. Die Kommission gibt sich kämpferisch.

          Der Internetkonzern Google will eine Milliardenbuße der Europäischen Kommission wegen Wettbewerbsbehinderung anfechten. Das berichten der Nachrichtensender CNBC und der britische Telegraph unter Berufung auf eine Unternehmensmitteilung vom Mittwoch. Demnach habe Google bereits am Dienstag einen Antrag beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg eingereicht.

          Mitte März hatte die EU-Kommission Google eine Buße in Höhe von 1,49 Milliarden Euro aufgebrummt. Die Begründung: Der Konzern habe seine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung missbraucht. Konkret geht es um Googles Dienst „AdSense“. Darüber konnten andere Internetseiten Google-Suchmasken auf der eigenen Seite einbetten. Allerdings unter der Bedingung, dass andere Suchmaschinen wie Yahoo auf der entsprechenden Seite keine Werbung schalten durften. Diese Regelung sei unzulässig, urteilte damals die EU-Kommission. Google habe zwar 2016 die Praxis eingestellt, vorher allerdings mindestens zehn Jahre lang gegen Wettbewerbsregeln verstoßen.

          Google habe gegenüber CNBC bestätigt, das Bußgeld anfechten zu wollen. Auch die EU-Kommission hat bereits reagiert. Ein Sprecher sagte, die Kommission werde ihre Entscheidung vor Gericht verteidigen. 

          Die Buße vom März gründet auf dem bereits dritten Wettbewerbsstreit zwischen Google und der EU-Kommission. 2017 hatte die Kommission gegen den Internetkonzern eine Buße in Höhe von 2,42 Milliarden Euro wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung bei Produktanzeigen verhängt. 2018 wurde die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro ausgesprochen, wegen Wettbewerbseinschränkungen bei dem Google-Betriebssystem Android. Auch vorherige Entscheidungen wollte Google zunächst anfechten, musste dann aber beispielsweise das Android-Geschäftsmodell ändern.

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