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Stillschweigende Änderung : Google ist nicht mehr „nicht böse“

  • Aktualisiert am

Nicht mehr „not evil“: Nutzer der Google-Dienste mit ihren Smartphones. Bild: Reuters

„Don’t be evil“, direkt übersetzt „sei nicht böse“, war jahrelang das inoffizielle Motto von Google. Diese Zeiten sind jetzt offenbar vorbei.

          Es klang selbstverständlich genug: „Don't be evil“, sei einfach nicht böse! Generationen von Google-Mitarbeitern haben dieses Motto inhaliert – bis vor drei Wochen. Da tauchte der Satz nämlich zum letzten Mal in Googles internem Mitarbeiterhandbuch, dem Code of Conduct, auf. Wie die amerikanische Website Gizmodo herausgefunden hat, fanden sich die drei Absätze zum internen Motto das letzte Mal am 21. April in dem Mitarbeiterhandbuch. Vergleicht man sie mit der Version danach, vom 4. Mai, so ist die Passage deutlich kürzer – und es fehlt jede Bezugnahme auf „don't be evil“.

          „Don't be evil. Google-Angehörige weltweit verwenden diese Worte, um zu beschreiben, wie wir unseren Usern dienen“, heißt es etwa in der alten Version. „Aber 'Don't be evil' ist viel mehr als das. Ja, es bedeutet unseren Benutzern unvoreingenommenen Zugriff auf Informationen zu gewähren, uns auf ihre Bedürfnisse zu konzentrieren und ihnen die besten Produkte und Dienstleistungen zu geben, die wir bieten können.“ Das Motto stehe auch dafür, in einem größeren Kontext das Richtige zu tun: „Dem Gesetz folgen, ehrenhaft handeln und Kollegen mit Höflichkeit und Respekt zu begegnen.“

          Nachfragen unerwünscht

          In der neuen Version heißt es hingegen nur recht verschwurbelt, alle Arbeit bei Google sollte „gemessen werden an den höchstmöglichen Standards von ethischem Verhalten in der Wirtschaft“. „Don't be evil“: Fehlanzeige. Das ikonische Motto taucht in dem gesamten Dokument nur noch ein Mal auf, indirekt in der allerletzten Zeile: „Und denk daran... sei nicht böse, und wenn du etwas siehst, was du für nicht richtig hältst – sprich es an!“

          Google reagierte bislang nicht auf eine Nachfrage nach dem Grund für die Änderung. Zudem verschwiegt das „Zuletzt geändert“-Datum des „Code of Conduct“ die Änderung: Es behauptet, das Dokument sei seit dem 5. April nicht geändert worden.

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