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Ethisch okay? : Google-Mitarbeiter hinterfragen China-Pläne

  • Aktualisiert am

In bunten Buchstaben steht Googles Logo vor der Niederlassung in Peking. Bild: Reuters

Was hat der Internetkonzern Alphabet in Fernost vor? Bringt er eine Suchmaschine heraus, die Chinas Zensur akzeptiert? Vorstandschef Pichai wendet sich an die Angestellten.

          China ist der Markt mit dem größten Potential für Internetunternehmen – und zwar aus einem einfachen Grund: So viele Menschen wie in der Volksrepublik leben in keinem anderen Land der Welt. Beinahe 800 Millionen der 1,3 Milliarden Chinesen nutzen das Internet, viele überdies viel umfangreicher als Menschen etwa in den westlichen Industrieländern. Klar ist darum, dass große Tech-Unternehmen dort Geschäfte machen wollen, Apple beispielsweise verkauft unzählige iPhones gerade in China.

          Zugleich schränkt die Führung in Peking die Möglichkeiten für ausländische Anbieter schon lange und vielfältig ein. Alphabet (Google) darf seine Suchmaschine nicht anbieten, Facebook sein soziales Netzwerk nicht. Infolgedessen sind große chinesische Anbieter entstanden (Alibaba, Baidu, Tencent), die den Markt dominieren.

          Pichai: Sehr unklar

          Gleichwohl geben die Unternehmen von der amerikanischen Westküste den Markt nicht auf. Google betreibt ein eigenes Büro in Peking. Zugleich machten unlängst Berichte die Runde, der Konzern könne  mit einer eingeschränkten Suchmaschine in das Reich der Mitte zurückkehren – eingeschränkt, weil diese die Zensurvorgaben der Behörden beachte. An „Dragonfly“ (Libelle), so soll das Projekt heißen, arbeiteten Google-Entwickler schon seit Monaten.

          Nun sind Bedenken von Mitarbeitern öffentlich geworden. Mehr als 1000 Angestellte des Unternehmen haben einen Brief an die Geschäftsführung geschrieben, den die „New York Times“ veröffentlicht hat, und darin Bedenken zum Ausdruck gebracht, wegen „dringender moralischer und ethische Fragen“. Die Angestellten argumentieren demnach, dass unklar sei, ob das Projekt gegen Googles Ethikregeln verstoße, die besagten, dass Google keine Dienste anbietet, die zu Verletzungen von Menschenrechten führen.

          Intern habe der Google-Vorstandsvorsitzende am Donnerstag hingegen gesagt, der Konzern stehe „nicht kurz davor“, eine Suchmaschine in China einzuführen. Ob Google das tun könnte oder tun würde, sei „sehr unklar“, habe Pichai mitgeteilt, berichtet der Finanzsender CNBC und verweist auf einen Google-Angestellten, der dabei gewesen ist.

          Zugleich habe Pichai wiederum aber auch klargemacht, dass Google grundsätzlich daran interessiert sei, mehr Geschäft in China zu machen und das ein entsprechendes Team schon seit einiger Zeit prüfe, welche Optionen es dafür gibt. „Wenn ich einen Schritt zurücktrete, glaube ich wirklich, dass wir einen positiven Beitrag leisten, wenn wir uns engagieren rund um die Welt und ich sehe keinen Grund, warum das in China anders sein soll“, soll Pichai gesagt haben. Nicht nur er, sondern auch Google-Mitgründer Sergey Brin habe aber zugleich betont, wie schwierig die Abwägungen in dem Land seien.

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