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Online-Ausstellung : Wie fühlt sich der Urknall an?

In der Ausstellung „Once upon a try“ kann man den Urknall miterleben. Bild: Google

Wer hat die Nähmaschine, die Batterie, den Kühlschrank, die Emojis oder die Null erfunden? Eine neue Online-Ausstellung vieler Museen gemeinsam mit Google verrät es – und stellt die erste Programmiererin vor.

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          Internet, Computer, Mathematik – „die meisten Erfindungen sind keine Geistesblitze von Genies, sondern die Ergebnisse langjähriger Zusammenarbeit“, sagt Simon Rein. Er ist Programmdirektor der Kulturabteilung „Arts & Culture“ des amerikanischen Internetunternehmens Google, die gerade eine neue umfangreiche Online-Ausstellung eröffnet hat: „Once Upon A Try“ heißt sie und handelt von Entdeckern. In Bilderstrecken, Videos und Texten sind dort ihre historischen Leistungen aufgearbeitet – und ist zu sehen, wer Nähmaschine, Batterie, Kühlschrank, Emojis oder die Null erfunden hat.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Google arbeitet dafür mit Museen rund um den Globus zusammen, die ihre Archive und Sammlungen digitalisieren und verfügbar machen, aber auch mit der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa. Mit Mitarbeitern des Forschungszentrums Cern in der Schweiz haben die Google-Programmierer eine App entwickelt, in der jeder Nutzer den Urknall und die Entwicklung unseres Sonnensystems miterleben kann. Eine interaktive Tour durch die berühmte Teilchenbeschleuniger-Anlage ist ebenfalls Teil des Angebots.

          Hierzulande haben sich beispielsweise das Deutsche Museum, das Röntgen-Museum, das Otto-Lilienthal-Museum, das Senckenberg-Museum und die Kommunikationsmuseen in Frankfurt, Nürnberg und Berlin beteiligt. Aus den Beständen der Kommunikationsmuseen ist dort zu sehen, dass schon die Kaiserliche Reichspost Endes des 19. Jahrhundert Elektrofahrzeuge einsetzte, als vom Streetscooter noch keine Rede war. Und außerdem wird die Geschichte des deutschen Physiklehrer Philipp Reis erzählt, der das Telefon schon erfunden hatte, bevor der Amerikaner Alexander Graham Bell es patentierten ließ und das erste Gerät auf den Markt brachte.

          Ein Blick ins Cern in Genf: Der Compact-Muon-Solenoid-Pixel-Detektor Bilderstrecke

          Ob sich viele Menschen den Besuch im Museum ersparen, wenn sie alles im Internet kostenfrei sehen können? „Nein, das glaube ich nicht“, sagt Helmut Gold, der das Kommunikationsmuseum in Frankfurt und die dahinterstehende Stiftung Post und Telekommunikation leitet. Eher sei vom Gegenteil auszugehen – schon durch den eigenen Internetauftritt sei die Zahl der Besucher gewachsen. Gold geht davon aus, dass der Computerbildschirm nicht die „Aura des Objektes“ ersetzen kann. Er hebt auch hervor, dass alle Rechte an den Inhalten bei den Museen verbleiben, die Google-Plattform ihm dagegen eine Präsentation ermögliche, „die wir selbst nicht schaffen könnten“.

          Googles Entwickler wiederum erhoffen sich von dem Angebot, das Nutzer über den Browser ansteuern oder als kostenlose App herunterladen können, Kunst und Kultur breiter zugänglich zu machen – zum Beispiel im Schulunterricht. Und wer war denn nun die erste Programmiererin? Die britische Mathematikerin Ada Lovelace, nach der später sogar eine Programmiersprache benannt wurde.

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