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F.A.Z. exklusiv : Glasfaserprojekt der Telekom verzögert sich

Die Telekom und EWE wollen rund zwei Milliarden Euro in ihr Glasfaser-Projekt investieren. Bild: dpa

Die Telekom und der Kommunalversorger EWE wollen gemeinsam 1,5 Millionen Kunden mit Glasfaser bis in die Häuser versorgen. Allerdings stößt das Projekt im Kartellamt offenbar auf größere Bedenken.

          Die geplante Glasfaser-Kooperation zwischen der Deutschen Telekom und dem niedersächsischen Kommunalversorger EWE stößt anscheinend auf größere Hindernisse. Nach Informationen der F.A.Z. hat das Bundeskartellamt die Frist für die Fusionsprüfung ein weiteres Mal um vier Wochen verlängert: Die Unternehmen haben jetzt Zeit bis zum 21. September, um die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die Frist sei im Einvernehmen mit Telekom und EWE verschoben worden, bestätigte das Kartellamt auf Anfrage. „Damit befinden wir uns im Zeitplan“, sagte ein Telekom-Sprecher. Man sei „selbstverständlich weiter in einem konstruktiven Dialog“ mit der Behörde. Das beabsichtigte Gemeinschaftsunternehmen, die Glasfaser Nordwest, will in den kommenden Jahren 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremsen mit Glasfaser bis in die Häuser versorgen und dafür rund 2 Milliarden Euro investieren. Es ist das erste Mal, dass sich zwei Telekom-Anbieter in dieser Form zusammenschließen, um im großen Stil Glasfaser zu verlegen, so dass die Wettbewerbsaufsicht und die Regulierungsbehörde in verschiedener Hinsicht Neuland betreten. Mit der Glasfaser Nordwest würden „erstmalig Rahmenbedingungen für derartige Kooperationsvorhaben gesetzt. Da ist eine 6-monatige Verfahrensdauer kein überraschender Vorgang“, meinte der Telekom-Sprecher.

          Angst vor Regionalmonopolen

          Trotzdem ist es ungewöhnlich, dass die erst Mitte Juni bis zum 21. August verlängerte Frist jetzt schon wieder geschoben wird. Konkurrenten zufolge deutet dies darauf hin, dass Telekom und EWE wahrscheinlich weitreichende Zugeständnisse machen müssen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sieht in solchen Kooperationen grundsätzlich einen guten Weg, um den Ausbau des Gigabit-Internets voranzubringen. Gegenüber der F.A.Z. hatte er aber auch Einwände geäußert: Andere Anbieter dürften nicht von diesem „Zukunftsmarkt“ ausgeschlossen werden, und es müsse sichergestellt sein, „dass dadurch die Ausbaudynamik zwischen den Wettbewerbern nicht erlahmt“.

          Das Kartellamt hat noch keine Abmahnung verschickt, prüft aber, ob und welche Auflagen notwendig werden könnten. Konkurrenten befürchten, dass Telekom und EWE das neue Netz abschotten wollen, um ein Regionalmonopol für Glasfaser-Internet aufzubauen.

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