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Gaming-Boom : Deutsche verrückt nach Computerspielen

Teilnehmer des Leipziger eSPort-Festivals „Dreamhack“ im Januar 2018. Bild: dpa

Smartphone, Computer oder Konsole – die Spieleindustrie boomt. Doch Entwickler in Deutschland profitieren nur wenig davon.

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          Ob es nun die nächste Konsole von Nintendo, das neue Spiel auf der Playstation oder die Neuerscheinungen im App-Store für Smartphones sind: Die Deutschen geben immer mehr Geld für Computerspiele und die dazugehörigen Geräte aus. Um 15 Prozent auf mehr als 3,3 Milliarden Euro ist der Markt nach einer Erhebung der GfK unter 25.000 Spielern im vergangenen Jahr gewachsen. In Auftrag gegeben hat die Befragung der Game-Verband, die Interessenvertretung der Spieleindustrie, die sich zuletzt aus den zwei großen Verbänden Game und BIU zusammengeschlossen hat.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Der Games-Markt entwickelt sich bereits seit vielen Jahren so dynamisch wie kein anderer Medien- und Kulturbereich – sowohl weltweit als auch in Deutschland“, lässt sich Felix Falk, Geschäftsführer des Game, in einer Mitteilung zitieren. „Damit auch Spieleentwickler in Deutschland von der starken Marktentwicklung endlich profitieren, muss die Games-Förderung, wie von CDU, CSU und SPD vereinbart, nun schnellstmöglich umgesetzt werden“, fordert Falk. Diese Forderung ist nicht neu. Ende des letzten Jahres forderte die Computerspielbranche, dass ein Zuschuss von 50 Millionen Euro im Jahr nötig sei, um Wettbewerbsnachteile deutscher Entwicklerstudios gegenüber anderen Ländern auszugleichen.

          Denn die hiesigen Unternehmen profitieren wenig vom Hype. Zuletzt entfielen nur 6,4 Prozent des Umsatzes auf Entwicklungen aus Deutschland. Das führt die Interessenvertretung auf eine fehlende Förderung zurück: Hersteller in anderen Ländern zahlten bis zu 39 Prozent weniger für Computerspielentwicklung. Am Montag hat der französische Spielentwickler Ubisoft angekündigt, ein größeres Studio in Kanada zu eröffnen. In dem Land werden bis zu 37,5 Prozent der Arbeitnehmerkosten vom Staat subventioniert.

          Mikrotransaktionen beliebt, Abonnements haben ausgedient

          Unabhängig von der Herkunft der Spiele nimmt das Interesse an Gaming zu: Stark gewachsen ist das Geschäft mit Spielekonsolen, der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 938 Millionen Euro. Für die dazugehörigen Spiele am PC, auf Konsolen oder Smartphones gaben die Deutschen rund 1,2 Milliarden Euro aus. Immer beliebter werden offenbar sogenannte Mikrotransaktionen für virtuelle Güter. Meist zunächst kostenlose Spiele bieten Zusatzinhalte gegen Geld an, bestimmte Waffen, Charaktere oder andere Funktionen können sich die Fans dann hinzukaufen. Dieser Teilmarkt ist 2017 um 28 Prozent auf 844 Millionen Euro gewachsen. Nicht mehr so angesagt sind Abonnements für Spiele, wie es früher etwa bei World of Warcraft üblich war. Der Umsatz sank um 4 Prozent.

          Dafür locken die Hersteller ihre Kunden vermehrt in Online-Netzwerke, die dann auch monatliche Gebühren kosten. EA Access, Playstation Plus oder Xbox Live Gold bieten dann noch mehr Spiele und Speicherplatz an. 179 Millionen Euro und damit 57 Prozent mehr als zuvor gaben Gamer dafür aus.

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