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Europäisches Projekt : Ärger mit Galileo

  • -Aktualisiert am

Undatierte Illustration eines Galileo-Full-Operational-Capacity-Satelliten (FOC) Bild: dpa

Bei dem Satellitennavigationssystem „Galileo“ gibt es mehr Pannen als beim Berliner Flughafen. Das ist peinlich: Es geht nicht nur um Steuergeld. Es geht um Europas Image.

          Schon Loriot wusste: Besser, man hat was Eigenes. Gerne auch im All, befand die EU vor 20 Jahren – und startete ihr Satellitennavigationssystem Galileo. Seitdem stellt das Weltraumvorhaben mit Blick auf Zeit und Kosten den Berliner Großflughafen in den Schatten.

          Aus knapp einem Jahrzehnt Projektdauer wurden mehr als zwei Jahrzehnte. Der ursprüngliche Preisrahmen hat sich vervielfacht. Eigentlich sollte man die damalige Weitsicht der Planer loben. 1999 stand es noch bestens um die transatlantischen Beziehungen. Heute gilt Unabhängigkeit von Trumps Amerika und dem Pentagon-Dienst GPS als Wert an sich. Umso ärgerlicher, dass das Projekt einer Pannenserie gleicht.

          Galileo-Satelliten wurden 2014 in die falsche Umlaufbahn geschossen. Nun ist das System lahmgelegt, wegen „technischer Schwierigkeiten in der „Bodeninfrastruktur“. Das ist schon deswegen peinlich, weil die Protagonisten gerne darauf hinweisen, um wie viel fortschrittlicher Galileo sei im Vergleich zu den Konkurrenzsystemen aus Amerika, Russland und China. Jetzt muss der Fehler schnell gefunden werden, und es dürfen keine weiteren dazukommen. Es geht nicht nur um Steuergeld. Es geht um Europas Image.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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