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Fragwürdige Datennutzung : EU-Wettbewerbshüter untersuchen Amazon

  • Aktualisiert am

Jeff Bezos ist durch die Gründung Amazons der reichste Mann der Welt geworden. Bild: Reuters

Was macht Amazon mit den Daten seiner Nutzer? Europas höchste Marktwächterin sagt, was zum Problem werden könnte.

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          Die EU-Wettbewerbshüter nehmen möglicherweise unerlaubte Geschäftspraktiken des amerikanischen Internet-Unternehmens Amazon näher in den Blick. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager in Brüssel. Sie fügte hinzu: „Wir befragen Marktteilnehmer und versuchen, ein vollständiges Bild zu erhalten.“

          Internet-Plattformen wie Amazon hätten eine doppelte Funktion, so Vestager. Sie böten eine Plattform für Händler, seien aber auch selbst große Anbieter. Dadurch stelle sich die Frage, was mit den Daten geschehe, die Amazon von den vielen kleineren Händlern erhalte.

          „Was wird das nächste große Ding?“

          Wenn diese genutzt würden, um den Service für die Einzelhändler zu verbessern, sei das legitim, sagte die EU-Kommissarin. „Aber werden die Daten auch genutzt, um selbst zu analysieren, was die Leute wollen, was das nächste große Ding sein wird?“ Eine formale Untersuchung sei bislang nicht eingeleitet worden, sagte Vestager. „Wir gehen der Sache nach.“

          Amazon stand bereits wegen unzulässiger Steuerdeals im Fokus der EU-Wettbewerbshüter. Im vergangenen Jahr erklärte die Kommission eine Regelung Luxemburgs für das Unternehmen für nicht rechtens und forderte die Behörden des Landes auf, ungefähr 250 Millionen Euro plus Zinsen zurückzufordern. Etwa 280 Millionen Euro seien nun eingesammelt worden, sagte Vestager.

          Amazon wehrt sich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen den Beschluss. Auch die luxemburgische Regierung legte Beschwerde ein. Der Fall könnte sich noch über Jahre hinziehen. Sollte die EU-Kommission vor Gericht unterliegen, müsste sie das Geld zurücküberweisen.

          Amazon ist nicht das einzige große Technik-Unternehmen, dessen Geschäft die EU-Wettbewerbshüter untersuchen. In diesem Jahr haben sie schon eine Milliarden-Geldbuße gegen den amerikanischen Konzern Alphabet (Google) erlassen. Sie werfen ihm vor, das mobile Betriebssystem Android unbotmäßig auszunutzen für andere eigene Angebote – das Unternehmen bestreitet dies.

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