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Cambridge Analytica : Die wichtigsten Antworten zum Facebook-Skandal

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Facebook steckt in einem der größten Datenskandale seiner Geschichte. Was ist genau passiert? Ist das schlimm? Und was muss jetzt passieren? Die wichtigsten Antworten.

          Wer ist Cambridge Analytica und was haben sie getan?

          Cambridge Analytica ist ein Datenanalyse-Unternehmen aus Großbritannien, finanziert unter anderem von der Hedgefonds-Milliardärs-Familie Mercer, die auch Donald Trump nahesteht. Das Unternehmen hat illegalerweise Millionen von Nutzerdaten erhalten und möglicherweise auch im amerikanischen Wahlkampf verwendet. Die Daten stammen aus einer App namens „Thisisyourdigitallife“, die ein Psychologie-Professor der Universität Cambridge namens Aleksandr Kogan entwickelt hat und mit der sich Persönlichkeitsprognosen erstellen lassen. Die App lief innerhalb von Facebook, sie wurde nach Angaben von Facebook etwa 270.000 Mal heruntergeladen. Zudem wurde inzwischen bekannt, dass Cambridge Analytica auch damit warb, politische Gegner seiner Kunden mit Prostituierten zu verführen und später zu erpressen.

          Was weiß Cambridge Analytica jetzt über uns?

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nicht nur die Daten von App-Nutzern – die ja eingewilligt haben – sind an CA geflossen. Auch die Daten von deren Freunden sind weitergeleitet worden. So kommt Cambridge Analytica zu Daten von insgesamt 50 Millionen Nutzern. Denn Facebook-Nutzer haben per Standardeinstellung eingestellt, dass Menschen, die das Profil sehen können, die Informationen in Apps übertragen können. Standardmäßig sind das folgende Infos:

          Geburtstag; Familie und Beziehungen; Webseite; Online-Status; Chronik-Beiträge; Steckbrief; Heimatstadt; Aktueller Wohnort; Ausbildung und Beruf; Aktivitäten, Interessen und Dinge, dir mir gefallen; Meine Aktivitäten in Apps.

          Laut Voreinstellungen nicht erfasst werden: „Interessiert an“ (also sexuelle Vorlieben) sowie religiöse Ansichten und politische Einstellung.

          Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar weist gegenüber FAZ.NET darauf hin, dass die Nutzer diese Einstellungen selbst ändern können. Nichtsdestotrotz sei „davon auszugehen, dass von der Cambridge Analytica-App die meisten Datenfelder erfolgreich abgegriffen werden konnten“. Denn viele Nutzer kennen diese Möglichkeit vermutlich nicht oder sind zu bequem, sie zu ändern.

          Ist das schlimm?

          Was Cambridge Analytica aus den Daten lernen kann, ist vollkommen unklar. Sicher ist: Immer wieder gab es theoretische Versuche, in denen Forscher aus öffentlichen Facebook-Daten auf sexuelle Orientierung, politische Positionen oder sozialen Status schließen konnten. Cambridge Analytica selbst brüstete sich damit, dass das Unternehmen Psycho-Profile der Facebook-Nutzer erstellen könne und politische Botschaften auf ihre Ängste und Wünsche hin maßschneidern könne – so habe es Donald Trump geholfen, die amerikanische Präsidentenwahl zu gewinnen.

          Wie viel davon in der Praxis wirklich funktioniert, ist unklar. Viele Experten können nicht nachvollziehen, wie Cambridge Analytica all das geschafft haben soll. Cambridge Analytica selbst hatte ein großes Interesse, seine Fähigkeiten zu übertreiben, um Kunden zu gewinnen. Veröffentlicht werden zudem häufig spektakuläre Erfolge – wenn Forscher mit ihren Projekten scheitern und nichts prognostizieren können, hört man davon selten.

          Wie erfahre ich, ob ich von dem Datenleck auch betroffen bin?

          Das ist für Nutzer nicht möglich, da die Daten direkt aus einer Datenbank abgerufen werden und die betroffenen Nutzer darüber nicht informiert werden. Facebook-Abstinente sind sicher nicht betroffen. Wenn Sie auf Facebook die App „Thisisyourdigitallife“ benutzt haben, sind Sie betroffen – ob das einer Ihrer Facebook-Freunde getan hat, ist praktisch nicht nachzuvollziehen; Sie müssten jeden einzelnen fragen.

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