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F.A.Z.-exklusiv : Finanzaufsicht nimmt Google & Co. ins Visier

Die deutsche Finanzaufsicht will Google über einen Umweg kontrollieren. Bild: Reuters

Was bedeutet es für die Finanzstabilität, wenn Künstliche Intelligenz und Algorithmen Banken steuern? Felix Hufeld, Präsident der deutschen Finanzaufsicht, fordert den Zugriff auf die großen IT-Konzerne.

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          Die Digitalisierung ist nicht nur eine Herausforderung für Banken, sondern auch für deren Aufsichtsbehörden. Fragen wie diese drängen sich auf: Wie kontrolliert die Finanzaufsicht die Sicherheit von Kundendaten, wenn etwa die Commerzbank wie geplant Kundendaten nicht mehr auf heimischen Rechnern, sondern bei amerikanischen Cloud-Anbietern speichern und verarbeiten will? Beaufsichtigt die Bafin auch Vermittlungsplattformen? Und wie reagiert die Aufsicht, wenn der amerikanische Online-Händler Amazon Verbrauchern Kredite anbietet und der Bezahldienst Paypal Einzelhändlern? „Das sind alles Themen für die Aufsicht, die uns gerade zu einer Art Tiefenbohrung veranlasst haben“, sagt Felix Hufeld, der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ohne Phänomene wie Kryptowährungen oder Fintechs kleinreden zu wollen, stellt Hufeld im Gespräch mit der F.A.Z. anfangs klar: „Unter der großen Überschrift digitale Transformation sind Big Data und Künstliche Intelligenz die wesentlichsten Treiber für Innovation und Veränderung.“ Damit meint Hufeld: Datenmengen, die technisch bis vor wenigen Jahren kaum auswertbar waren, können heute zunehmend mit Hilfe von Algorithmen und damit Künstlicher Intelligenz (KI) zielgerichtet analysiert und durch selbstlernende Systeme etwa für die Kundenansprache oder für das Aufspüren von Geldwäsche verwendet werden. Die Bafin müsse deshalb besser verstehen: „Was passiert da in den Märkten? Und natürlich müssen wir ein besseres Verständnis dafür entwickeln, welche Implikationen der aktuelle technologische Wandel für die Finanzbranche hat“, meint Hufeld.

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