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Schlechte Bezahlung : Uber-Fahrer streiken vor dem Börsengang

Eine kleine Gruppe von Uber-Fahrern demonstriert vor dem Wall-Street-Bullen in New York. Bild: AFP

Uber will am Freitag an die Börse gehen. Kurz davor streiken Uber-Fahrer auf der ganzen Welt. Eine Gewerkschaftlerin meint: Die Eigentümer machen Milliarden, die Fahrer werden in Armut zurückgelassen.

          Der Fahrdienst Uber will an diesem Freitag an die Börse gehen. Mit Blick auf dieses Ereignis haben Fahrer, die für das Unternehmen im Einsatz sind, am Mittwoch in einer Reihe von Städten zum Teil mehrere Stunden lang gestreikt. Die Proteste begannen in Australien, setzten sich dann in London fort und gingen schließlich in den Vereinigten Staaten weiter. Vor der Uber-Zentrale im kalifornischen San Francisco war eine größere Protestkundgebung geplant.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Streik zielte nicht nur auf Uber, sondern auch auf den Wettbewerber Lyft, der schon im März an die Börse gekommen ist. Bhairavi Desai, die Direktorin der New Yorker Taxifahrergewerkschaft, zu der auch Uber- und Lyft-Fahrer gehören, sagte: „Mit dem Börsengang werden die Eigentümer von Uber Milliarden machen, während die Fahrer in Armut zurückgelassen werden und bankrott gehen.“ Der New Yorker Uber-Fahrer Syed Ali klagte, während Uber immer reicher geworden sei, habe er davon nicht profitiert: „Meine Konditionen als Uber-Fahrer haben sich immer weiter verschlechtert.“

          Risikofaktor Fahrerstatus

          Die Fahrer fordern bessere Bezahlung und beklagen sich, dass Uber im Laufe der Zeit einen immer größeren Teil der Fahrpreise als Provision behalten habe. Ein anderer Streitpunkt ist der Status der Fahrer als unabhängige Unternehmer. Fahrer von Uber und Lyft sind nicht fest angestellt, sondern arbeiten frei. Die Unternehmen argumentieren, dies verschaffe den Fahrern Flexibilität, wohingegen Fahrer klagen, dadurch entgingen ihnen Sozialleistungen und sie hätten keine Jobsicherheit.

          Es gab schon eine Reihe juristischer Auseinandersetzungen, in denen es um die Klassifizierung der Fahrer ging, und Uber und Lyft haben dies als einen Risikofaktor in ihren Börsenprospekten aufgeführt. Wenn die Unternehmen die Fahrer als Mitarbeiter behandeln müssten, würde sich das wohl in deutlich höheren Kosten niederschlagen. Uber hat seinen Fahrern zwar im Zusammenhang mit dem Börsengang einen Sonderbonus versprochen, am grundsätzlichen Ärger über die Konditionen hat sich dadurch aber offenbar nichts geändert.

          Hohe Verluste für Lyft

          Unterdessen hat der Uber-Wettbewerber Lyft seine ersten Quartalszahlen nach seinem Börsengang vorgelegt und dabei einen hohen Verlust ausgewiesen, allerdings auch Hoffnung auf bessere Zeiten gemacht. Der gesamte Nettoverlust betrug im ersten Quartal 1,1 Milliarden Dollar, vor einem Jahr waren es noch 234 Millionen Dollar. Lyft erklärte diesen Anstieg zum großen Teil mit Aufwendungen für Mitarbeiteraktien im Zusammenhang mit dem Börsengang. Aber auch der bereinigte Nettoverlust von 212 Millionen Dollar lag fast auf Höhe des Vorjahres. Der Umsatz hat sich auf 776 Millionen Dollar fast verdoppelt und übertraf die Erwartungen.

          Der Finanzvorstand Brian Roberts sagte, 2019 werde für Lyft das Jahr mit den höchsten Verlusten sein. Von da an werde sich das Unternehmen „stetig in Richtung Profitabilität“ bewegen. Die höheren Verluste begründete er unter anderem mit Investitionen in Geschäfte jenseits des traditionellen Fahrdienstes, darunter autonome Fahrtechnologien sowie elektrische Tretroller und Fahrräder.

          Erst am Dienstag wurde bekannt, dass Lyft eine Allianz mit Waymo geschlossen hat, der auf autonomes Fahren spezialisierten Schwestergesellschaft des Internetkonzerns Google in der Alphabet-Holding. Demnach will Lyft in der amerikanischen Stadt Phoenix zunächst zehn selbstfahrende Autos von Waymo einsetzen und seinen Nutzern für Fahrten anbieten.

          Von den Quartalszahlen zeigte sich die Wall Street nicht allzu beeindruckt, der Aktienkurs fiel am Mittwoch zeitweise um 4 Prozent auf 57 Dollar. Er liegt damit nun weit unter dem Ausgabepreis von 72 Dollar beim Börsengang. Auch Uber hat kürzlich in einem aktualisierten Börsenprospekt vorläufige Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht. Das Unternehmen wies dabei einen Nettoverlust zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Dollar aus. Der Umsatz wurde auf 3,0 bis 3,1 Milliarden Dollar beziffert, ein Zuwachs von bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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