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Umstrittene Datenfirma : Facebook wirft Cambridge Analytica raus

  • -Aktualisiert am

Facebook-Chef Mark Zuckerberg Bild: AP

Donald Trump hat im Wahlkampf geschickt die sozialen Netzwerke genutzt. Eine Firma namens Cambridge Analytica soll ihm dabei zum Wahlsieg verholfen haben. Jetzt beendet Facebook die Zusammenarbeit.

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          Das soziale Netzwerk Facebook wird in Zukunft nicht mehr mit dem umstrittenen britischen Datenunternehmen Cambridge Analytica zusammenarbeiten. Das gab Facebook am Freitagabend in einer Mitteilung in seinem Blog bekannt. Als Grund dafür gibt das Unternehmen an, Cambridge Analytica habe persönliche Daten von Nutzern gespeichert, die es nicht hätte besitzen dürfen.

          Die britische Daten- und Analysefirma hat sich auf die Unterstützung von Wahlkampagnen spezialisiert und nutzt dazu Technologien wie das sogenannte Online-Targeting. Damit werden einzelnen Wählern oder Gruppen auf ihre Persönlichkeit abgestimmte Botschaften zugespielt, etwa über Facebook, E-Mail oder Internetseiten. Das Unternehmen arbeitete im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf für Donald Trump. Es soll entscheidend dazu beigetragen haben, die Stimmung in dem sozialen Netzwerk zu beeinflussen und so im November 2016 die Wahl zu gewinnen. Cambridge Analytica gehört zur Muttergesellschaft Strategic Communication Laboratories (SCL).

          Auch juristische Schritte möglich

          Hintergrund der Kündigung ist laut Facebook eine Auseinandersetzung mit SCL, die schon im Jahr 2015 begann. Damals habe ein Psychologie-Professor der Universität Cambridge namens Aleksandr Kogan Daten aus einer von ihm entwickelten App abgezweigt, die den Facebook-Login benutzt, und an SCL weitergereicht. Auch ein Unternehmen namens Eunoia Technologies habe die Daten erhalten. Diese Weitergabe der Daten an Dritte habe gegen die Regeln von Facebook verstoßen. Deshalb habe Facebook damals die App namens „Thisisyourdigitallife“ aus dem sozialen Netzwerk entfernt. Kogan, SCL und Eunoia hätten versichert, die gespeicherten Nutzerdaten gelöscht zu haben.

          Ganz nah dran am Wähler: Alexander Nix

          Jetzt hat das soziale Netzwerk nach eigener Aussage Berichte erhalten, aus denen hervorgeht, dass das doch nicht passiert ist. „Wir haben uns dazu verpflichtet, entschieden unsere Regeln durchzusetzen, um die Daten unserer Nutzer zu schützen“, schreibt Facebook in der Mitteilung. „Wir werden alle Schritte gehen, die dazu nötig sind. Wir werden auch juristisch dagegen vorgehen, wenn nötig, um sie für jedes illegale Vorgehen verantwortlich zu machen.“

          Cambridge Analytica teilte laut Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstagnachmittag in einem Statement mit, man sei mit Facebook in Kontakt, um „das Thema so schnell wie möglich zu lösen“. Außerdem seien die Daten von Kogan nicht für die Trump-Kampagne 2016 verwendet worden.

          Cambridge Analytica behauptet, die Firma habe „ein Modell entwickelt, das die Persönlichkeit jedes Erwachsenen in den Vereinigten Staaten berechnen kann“. Dank der vor allem auf Facebook gesammelten Daten könne sie praktisch jeden einzelnen amerikanischen Wähler in seiner politischen Ansicht verorten und feststellen, mit welcher Botschaft Kandidaten ihn am ehesten überzeugen. Kritiker werfen der Firma vor, man könne sich so viele Stimmen von Wählern „kaufen“. Geschäftsführer Alexander Nix drückt das anders aus: „In entwickelten Demokratien hat jede Partei das Recht, die beste Technologie zu nutzen, die sie sich leisten kann. Wir bieten sie an. Wir helfen dem Kandidaten, seine politischen Ziele auf fortschrittlichste Weise zu artikulieren. Wenn wir dieses Recht einschränken würden, wäre das ein Vergehen am demokratischen Prozess.“

          Lesen Sie hier ein ausführliches Interview mit dem Geschäftsführer von Cambridge Analytica, Alexander Nix, über die totale Vermessung des Wählers, Manipulation – und die Zukunft des Wahlkampfs.

          Facebook steht derzeit extrem unter Druck, gegen politisch motivierte Inhalte und Hassbotschaften auf seiner Plattform vorzugehen. Nicht nur Cambridge Analytica soll Trump im Wahlkampf unterstützt haben, auch Hunderte von Nutzerkonten mit Verbindung nach Russland haben politische Anzeigen im Wahlkampf geschaltet. Das hat Facebook mittlerweile zugegeben. Jenseits bezahlter Werbung fand Facebook auch Zehntausende gewöhnliche Einträge mit politisch brisanten Inhalten. Diese Einträge sind nach Angaben des Unternehmens 126 Millionen Nutzern gezeigt worden, was mehr als der Hälfte der wahlberechtigten amerikanischen Bevölkerung entspricht.

          Vor dem Kongress in Washington haben mittlerweile Anhörungen von Vertretern von Facebook und anderer Unternehmen wie Twitter und Google stattgefunden. Diese mussten sich dabei scharfe Kritik anhören. Politiker fragten etwa, warum diese sonst als so innovativ geltenden Unternehmen es nicht verstanden hätten, sich gegen eine solche Instrumentalisierung ihrer Plattformen zu wappnen.

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