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Facebook unter Druck : Rücktrittsforderung gegen Mark Zuckerberg

  • Aktualisiert am

Mark Zuckerberg steht gerade unter großem Druck, nicht nur in Amerika. Bild: AFP

Das größte soziale Netzwerk der Welt steckt in seiner größten Krise. Ein wichtiger Aktionär verlangt Konsequenzen, die nicht nur den Gründer betreffen.

          Der viertgrößte Pensionsfonds der Vereinigten Staaten drängt auf eine Änderung in der Führung von Facebook. Das größte soziale Netzwerk der Welt solle drei unabhängige Direktoren in seinen Verwaltungsrat (Board) aufnehmen, die besondere Kenntnisse haben in Fragen der Datennutzung und Ethik, sagte Scott Stringer, der den Pensionsfonds der Stadt New York steuert, nach einem Bericht der „Finacial Times“. Unternehmensgründer Mark Zuckerberg solle zurücktreten von der Spitze des Verwaltungsrates – derzeit steht er diesem Gremium vor und ist außerdem zugleich Vorstandsvorsitzender.

          „Daten werden verwendet ohne die Erlaubnis der Menschen und das wird die Marke treffen“, sagte Stringer demzufolge: „Und das ist eine Marke, in die ich beinahe 1 Milliarde Dollar investiert habe der Mittel, mit denen Menschen ihre Pensionen aufbauen.“

          „Wir werden Jahre brauchen“

          Als viertgrößter amerikanischer Pensionsfonds gehöre es „zu unserer Rolle, darüber nachzudenken, wie unsere Investitionen die Unternehmen stärker machen, indem wir Fragen stellen, die gestellt werden müssen.“ Und weiter sagte er: „Das ist das achtgrößte Unternehmen der Welt. Sie haben zwei Milliarden Nutzer. Sie befindet sich in unbekannten Gewässern.“ Das Unternehmen habe sich nicht in einer Art und Weise verhalten, in der seine Nutzer sich „gut fühlen über ihre persönlichen Daten“.

          Facebook steckt derzeit in seiner bislang größten Krise. Infolge des Daten-Skandals um die britische IT-Firma Cambridge Analytica hat der Tech-Konzern einen hohen zweistelligen Milliardenmarktwert an der Börse verloren. Mehrfach gelobte Unternehmensgründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg, dass die Probleme angegangen werden – der amerikanische Kongress hat ihn mittlerweile einbestellt, Politiker rund um den Globus erhöhen den Druck, vor allem in Amerika und Europa.

          „Ich denke, der wesentliche Punkt ist, dass wir wirklich idealistisch sind. Als wir begannen, dachten wir darüber nach, wie großartig es wäre, wenn sich die Menschen verbinden könnten, wenn jeder eine Stimme hätte“, sagte Zuckerberg nun in einem Gespräch mit dem Internetdienst „Vox“. Und gab zu: „Ganz offen, wir verwendeten nicht genug Zeit darauf, einige der Missbrauchsmöglichkeiten der Tools zu durchdenken. In den ersten zehn Jahren des Unternehmens war jeder einfach auf das Positive fokussiert.“

          Zugleich stellte der Unternehmer jedoch in Aussicht, dass viel Zeit vergehen wird, bis er alle Probleme in den Griff bekommen hat. „Ich denke, dass wir uns durch dieses Loch graben werden, aber das wird einige Jahre dauern.“ Er wünsche sich, alle Angelegenheiten „in drei oder sechs Monaten zu lösen“. In der Realität werde es stattdessen „eine längere Zeit“ brauchen

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