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Facebook unter Druck : Jetzt will Mark Zuckerberg sprechen

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Mark Zuckerberg Bild: dpa

Facebook steckt in der wohl größten Krise seiner Geschichte. Nachdem er bisher schwieg, will sich nun auch der Gründer äußern. Derweil wächst die Kritik.

          Nachdem der Druck auf das größte soziale Netzwerk der Welt von vielen Seiten wächst, will sich nun sein Gründer äußern und erklären. Facebook-Chef Mark Zuckerberg werde sein Schweigen brechen und innerhalb der nächsten 24 Stunden an die Öffentlichkeit treten, berichten übereinstimmend der amerikanischen Finanzsender CNBC und das Internetportal Axios. Demzufolge will Zuckerberg Vertrauen wieder herstellen. Er habe bislang geschwiegen, um anstelle eines schnellen Kommentars etwas Bedeutendes zu sagen.

          Facebook stand schon sehr oft in der Kritik von Datenschützern und Politikern, und erholte sich wieder davon. Doch jetzt stürzt ein Gebaren um die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica aus dem Wahlkampf von Donald Trump das Online-Netzwerk in seine wohl bislang tiefste Krise. Cambridge Analytica soll sich durch einen Trick einige Daten von bis zu 50 Millionen Facebook-Mitgliedern beschafft haben. Der Aktienkurs von Facebook ist daraufhin um mehr als 10 Prozent gefallen – ungefähr 60 Milliarden Dollar Börsenwert sind vernichtet.

          Facebook selbst sieht sich als Opfer eines Betrugs. Doch es ist alles andere als Sympathie, die dem weltgrößten Online-Netzwerk entgegenschlägt. Politiker auf beiden Seiten des Atlantik setzen zu einer härteren Regulierung an. Auf Twitter macht der Hashtag „#deletefacebook“ (lösche Facebook) die Runde. Er wurde unter anderem von WhatsApp-Mitgründer Brian Acton aufgegriffen, der den Messaging-Dienst für rund 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft hatte und bis vor kurzem auch noch dort beschäftigt war.

          „Katastrophaler Moment“

          Das sind Zeichen dafür, dass die öffentliche Stimmung so einhellig gegen Facebook ist wie vielleicht noch nie zuvor. Die Soziologin Zeynep Tufekci schreibt in der „New York Times“ von „Facebooks Überwachungsmaschine“. Der frühe Facebook-Investor Roger McNamee warnt, wenn die Firma nicht reagiere, würden sich Nutzer abwenden. Das könne die Plattform „dauerhaft bedrohen“. Warton-Professor Michael Useem sieht einen „katastrophalen Moment“ für das Netzwerk. Und von Gründer und Chef Mark Zuckerberg und war seit Beginn der Krise nichts zu hören.

          Dabei konnte die Facebook-Führung noch bis vor kurzem glauben, dass der Fall Cambridge Analytica ausgestanden sei. Was passierte, ist schnell erzählt. Die Firma, die unter anderem für Trump aktiv war, suchte nach Nutzer-Daten für gezielte politische Werbung. Und zwar mit dem Ansatz, dass verschiedene Persönlichkeitsgruppen unterschiedlich beeinflussbar seien.

          Aber wie kommt man an so etwas heran, wenn Facebook es nicht verkauft? Indem man sich die Informationen von den Nutzern selbst geben lässt. Also setzte ein britischer Professor eine Facebook-App mit einer Umfrage auf, bei der Nutzern am Ende ihr psychologisches Profil versprochen wurde. Rund 270.000 Mitglieder luden sich nach Angaben von Facebook die Umfrage herunter.

          Was sie nicht wussten: Ihre Daten gingen direkt an Cambridge Analytica für die Erstellung psychologischer Profile. Und nebenbei auch noch Profildaten ihrer Facebook-Freunde, wie zum Beispiel „Likes“ und Interessen. Den Nutzern war das nicht bewusst. Facebook schränkte solchen Schnittstellen-Zugriff auf Freundes-Profile bereits 2015 ein. Als das Online-Netzwerk über Medienberichte im selben Jahr Wind von der Aktion der Datenanalytiker bekam, wurde ihnen auferlegt, die Informationen zu löschen. Und Facebook gab sich mit der Zusicherung zufrieden, dass dies geschehen sei. Die Sache schien geregelt.

          Doch zum vergangenen Wochenende wurde klar, dass einer der Beteiligten, der Datenanalytiker Christopher Wylie, sich seine Sünden von der Seele reden will. Dabei kam unter anderem die schockierende Zahl von 50 Millionen betroffenen Nutzern auf. Der Zeitung „Guardian“ zufolge gerieten im Schnitt mindestens 160 weitere Facebook-Mitglieder pro Umfrage-Teilnehmer in den Datenpool von Cambridge Analytica.

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