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Facebook-Memo : „Vielleicht kostet es ein Leben“

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Eine Bauarbeiter-Figur vor einem Facebook-Logo. Bild: Reuters

Ein internes Memo von Facebook zeigt: Der Führung des Konzerns waren die Gefahren sozialer Netzwerke schon vor einigen Jahren klar.

          Facebook hat schon großen Ärger in der Datenaffäre um Cambridge Analytica – jetzt wird ein internes Memo bekannt, das dem Ruf des Konzerns noch weiter schaden könnte. „Das Hässliche“ lautet die Überschrift des Textes aus dem Jahr 2016, von dem die Webseite Buzzfeed jetzt berichtet hat – und der deutlich macht, dass sich Facebooks Führungsspitze schon damals über die Gefahren des sozialen Netzwerks klar war.

          „Wir verbinden Menschen“, heißt es in dem Memo. „Das kann gut sein, wenn sie es positiv machen. Vielleicht findet jemand die Liebe. Vielleicht rettet es jemanden vor dem Selbstmord.“ Aber: „Das kann schlecht sein, wenn sie es negativ machen. Vielleicht kostet es ein Leben, wenn jemand gemobbt wird. Vielleicht stirbt jemand in einem Terroranschlag, der mit unseren Werkzeugen vorbereitet wurde.“

          Wer ist Andrew „Boz“ Bosworth?

          Das Memo stammt von Andrew „Boz“ Bosworth, der intern im Ruf steht, ungefiltert Klartext zu reden. Bosworth arbeitet seit 2006 bei Facebook und hat seitdem an vielen Stellen im Konzern gearbeitet. Er trägt den Titel eines „Vizepräsidenten“, von denen es nicht allzu viele gibt, die aber auch keine einheitliche Rollenbeschreibung im Unternehmen haben.

          Andrew Bosworth 2010 in San Francisco.

          „Die hässliche Wahrheit ist: Wir glauben so fest daran, Menschen zu verbinden, dass alles, wodurch wir mehr Menschen verbinden können, am Ende gut ist“, heißt es in dem Memo weiter. „Das tun wir nicht für uns. Oder für unseren Aktienkurs (ha!). Es ist einfach, was wir tun. Wir verbinden Menschen. Punkt.“

          Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich von dem Memo distanziert. „Boz ist ein talentierter Anführer, der viele provokante Sachen sagt“, schrieb er an Buzzfeed. „Das war eine, die die meisten Leute bei Facebook entscheiden ablehnten, auch ich. Wir haben nie geglaubt, dass der Zweck die Mittel heiligt.“

          Facebook

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          Bosworth selbst antwortete in einem Tweet: „Ich habe diesem Beitrag nicht mal zugestimmt, als ich ihn geschrieben habe.“ Der Beitrag sei dazu gedacht gewesen, Überlegungen in die Diskussion einzubringen, die verhandelt werden mussten. „Über schwere Themen wie diese zu debattieren, ist ein wichtiger Teil unseres Vorgehens. Um das wirksam zu tun, müssen wir auch schlechte Ideen überdenken können, und sei es nur, um sie zu eliminieren.“

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