https://www.faz.net/-gqe-9kqvc

Nach Zerschlagungsforderung : Facebook löscht Wahlwerbung von kritischer Senatorin

Elizabeth Warren auf Wahlkampftour in New York Bild: AP

Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren hat auf Facebook Wahlwerbung geschaltet, in der sie die Zerschlagung von Tech-Giganten wie Facebook fordert. Die Werbung verschwand plötzlich.

          Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren will gerne Präsidentin der Vereinigten Staaten werden und buhlt deshalb um Aufmerksamkeit. Zuletzt machte sie Schlagzeilen damit, dass sie die Zerschlagung großer Technkonzerne wie Facebook oder Google forderte. Weil sie ihre potentiellen Wähler mit solchen Forderungen auch erreichen will, schaltete sie Werbung auf genau diesen Plattformen.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Doch mehrere Anzeigen, die Warren als Teil ihrer Zerschlagungs-Kampagne auf Facebook plazierte, wurden von dem sozialen Netzwerk gelöscht. „Drei Unternehmen haben große Macht über unsere Wirtschaft und unsere Demokratie. Facebook, Amazon und Google“, hieß es in den Anzeigen, die von Freitag an geschaltet wurden. „Wir alle benutzen sie. Aber in ihrem Aufstieg zur Macht haben sie den Wettbewerb zerstört und aus unseren privaten Informationen Gewinne geschöpft."

          Facebook will eine „gründliche Debatte“

          Über die Löschung berichtete das amerikanische Nachrichtenportal Politico - und brachte Facebook damit in Erklärungsnot. Der Konzern bestätigte auf Nachfrage, die Anzeigen entfernt zu haben und teilte gleichzeitig mit, sie wieder freischalten zu wollen. Um eine „gründliche Debatte“ zu ermöglichen. Facebook habe die Anzeigen zunächst gelöscht, weil sie gegen die Werberichtlinien verstießen – Warren habe unerlaubterweise das Facebook-Logo benutzt.

          Die Senatorin nahm die Vorlage des Konzerns dankbar auf: „Neugierig, warum ich denke, dass Facebook zu mächtig ist?“, schrieb sie in dem Kurznachrichtendienst Twitter. „Das beginnt schon mit Facebooks Fähigkeit, eine Debatte darüber zu verhindern, ob es zu viel Macht hat.“ Sie bedankte sich für die Wiederherstellung ihrer Anzeigen, aber nicht ohne einen weiteren Seitenhieb: „Ich möchte einen Social-Media-Marktplatz, der nicht von einem einzigen Zensor dominiert wird.“

          Facebook und Wahlwerbung, da klingelt es manchem in den Ohren. Nach dem Skandal um Cambridge Analytica hat der amerikanische Technologiekonzern gleich mehrere Initiativen angekündigt, um Wahlmanipulation zu verhindern. Zuletzt verschärfte das soziale Netzwerk seine Werberegeln: Geworben werden für eine politische Kampagne darf nur noch in dem Land, in dem die Wahl unmittelbar bevorsteht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirft hin: Patrick Shanahan wird nicht amerikanischer Verteidigungsminister.

          Rückzug von Shanahan : Keine Ruhe im Pentagon

          Mitten in der Iran-Krise verliert Donald Trump seinen amtierenden Verteidigungsminister. Der Wunschkandidat des Präsidenten hat sich zurückgezogen – wegen eines „traumatischen Kapitels“ in seinem Familienleben.
          Der 22 Jahre alte Ali B. dementiert weiterhin die Vergewaltigung von Susanna F.

          Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.