https://www.faz.net/-gqe-9hxk7

Nächste Facebook-Enthüllung : Skandal um Kinderpornographie bei Whatsapp

  • Aktualisiert am

Bei Whatsapp wurden kinderpornographische Inhalte geteilt. Bild: dpa

Ein Facebook-Skandal reiht sich an den anderen. Nun trifft es den zum Konzern gehörenden Chatdienst Whatsapp. Dort wurde in zahlreichen Gruppen Kinderpornographie geteilt. Die Verschlüsselung wird zum Problem.

          Facebook kommt nicht zur Ruhe. Kaum ein Tag vergeht ohne Enthüllungen. Bisher stand vor allem das Soziale Netzwerk selbst in der Kritik. Diesmal geht es um den Chatdienst Whatsapp, der seit 2014 zum Facebook-Konzern gehört. Dort gebe es viele aktive Gruppen, in denen kinderpornographische Inhalte geteilt würden, heißt es in einem Bericht der „Financial Times“.

          Demnach haben zwei israelische Organisationen den Skandal aufgedeckt. Netivei Reshet und Screensaverz engagieren sich für Sicherheit im Internet und beraten Familien und Kinder in Onlinefragen. Dem Bericht zufolge wandte sich im Sommer ein Mann an Netivei Reshet und bat um Hilfe wegen seiner Sucht nach pornographischen Inhalten, die auf Whatsapp sehr einfach zugänglich seien.

          Facebook wollte kein Treffen

          Daraufhin begannen die Organisationen zu recherchieren und stießen eigenen Angaben zufolge sehr schnell auf zahlreiche Gruppen, in denen kinderpornographische Inhalte geteilt wurden. Zu denen hätten sie sehr leicht Zugang erhalten, heißt es in dem Artikel.

          Zehn dieser Gruppen haben sie dann genauer untersucht und 20 Tage lang beobachtet. Mit ihren Erkenntnissen nahmen sie Kontakt zum israelischen Facebook-Büro auf und baten um ein Treffen. Dem stimmte Facebook nicht zu. Stattdessen bat das Unternehmen um Links zu den Gruppen. Daraufhin ließen sich die Organisationen dem Artikel zufolge aber nicht ein. Stattdessen übergaben sie ihre Erkenntnisse der Polizei und nahmen Kontakt zu einem Mitglied des israelischen Parlaments auf. In einem 14-seitigen Bericht fassten sie ihre Erkenntnisse zusammen und wandten sich an die „Financial Times“.

          Zu viel Verschlüsselung?

          Whatsapp verteidigt sich in dem Bericht. Man habe keinerlei Toleranz in Bezug auf Kinderpornographie und lösche permanent Inhalte. Innerhalb von zehn Tagen habe man 130.000 Konten gesperrt.

          Die „Financial Times“ berichtet von einer Gruppe mit dem Namen „Kids boy gay“ – auf deutsch: Kinder Junge schwul. Die Gruppe habe 256 Mitglieder gehabt, deren Handynummern aus Indien, Pakistan, Algerien und den Vereinigten Staaten stammten. Die Teilnehmer hätten Bilder und Videos miteinander geteilt und um weitere Materialien gebeten. Die Zeitung habe sich an Whatsapp gewandt, das die Gruppe inzwischen gelöscht habe und alle Mitglieder gesperrt. Die Gruppe sei sowieso in einer Liste zu löschender Gruppen gewesen, heißt es.

          Die Verschlüsselung macht es für Whatsapp schwer, kriminelle Inhalte zu identifizieren und zu löschen. Whatsapp kann die Inhalte nicht einsehen. Einige Experten fordern deshalb, die Verschlüsselung aufzuweichen.

          Weitere Themen

          Bloß eine Panne?

          Twitter in China : Bloß eine Panne?

          Twitter schaltet die Accounts chinesischer Kritiker ab – ausgerechnet zum 30. Jahrestag der blutigen Niederschlagung am Tiananmen-Platz. Kann das wirklich nur ein Versehen gewesen sein?

          Topmeldungen

          TV-Duell für Tory-Vorsitz : „Wo ist Boris?”

          In einer lebendigen Debatte stellen die Kandidaten für den Vorsitz bei den britischen Konservativen unter Beweis, wie groß das Arsenal präsentabler Politiker der Tory-Partei noch ist. Boris Johnson bleibt der Runde fern – und ein anderer sticht heraus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.