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Skandal um Cambridge Analytica : Datenleck von Facebook deutlich größer

Das Unternehmen kündigte am Mittwoch außerdem eine ganze Reihe von Schritten an, um die Daten von Nutzern besser zu schützen. So sollen beispielsweise künftig Drittanwendungen auf Facebook nicht mehr in der Lage sein, um Zugang zu bestimmten persönlichen Informationen zu bitten, etwa religiöse und politische Haltungen, Beziehungsstatus oder Fitnessaktivitäten. Auch sollen die Entwickler von Apps künftig nicht mehr an Daten von Nutzern herankommen, falls diese die Anwendung seit drei Monaten nicht mehr genutzt haben. Es soll auch nicht mehr möglich sein, andere Nutzer auf Facebook durch die Eingabe von Telefonnummern und E-Mail-Adressen im Suchfeld zu finden. Seit Bekanntwerden des Datenlecks hat Facebook schon andere Initiativen angekündigt. Beispielsweise will das Unternehmen seine Privatsphäre-Einstellungen vereinfachen.

Abermals Konten mit Verbindung nach Russland gelöscht

Zuvor war am Mittwoch bekannt geworden, dass Zuckerberg in der kommenden Woche vor dem amerikanischen Kongress in Washington aussagen wird. Ein Ausschuss des Abgeordnetenhauses hat seine Teilnahme an einer Anhörung am 11. April bestätigt. Es soll dabei um Facebooks Umgang mit Nutzerdaten und deren Schutz gehen. In einer Mitteilung des Ausschusses hieß es: „Diese Anhörung wird eine wichtige Gelegenheit sein, um kritische Fragen zum Schutz von Verbraucherdaten zu beleuchten und allen Amerikanern zu helfen, besser zu verstehen, was online mit ihren persönlichen Informationen geschieht.“ Unklar ist noch, ob dies Zuckerbergs erster Auftritt vor dem Kongress sein wird, denn er ist auch schon zu einer Anhörung vor einem Ausschuss des Senats am 10. April eingeladen worden. Dafür gibt es bislang noch keine offizielle Zusage. Neben Zuckerberg wurden auch die Vorstandschefs der Facebook-Wettbewerber Google und Twitter gebeten, zu der Anhörung zu kommen. Eine Einladung, vor britischen Abgeordneten auszusagen, hatte Zuckerberg kürzlich nicht angenommen.

Das soziale Netzwerk teilte jetzt außerdem mit, abermals Konten mit einer Verbindung nach Russland gelöscht zu haben. Laut Facebook wurden diese Konten von dem Unternehmen Internet Research Agency kontrolliert, das als eine Art Troll-Fabrik für russische Propaganda bekannt ist. Insgesamt seien rund 270 Konten und Seiten auf Facebooks Stammdienst und der zum Unternehmen gehörenden Fotoanwendung Instagram entfernt worden. Diese Internet Research Agency war es nach Angaben von Facebook auch, von der aus politische Inhalte und Anzeigen in dem sozialen Netzwerk publiziert wurden, die dazu gedacht waren, die jüngsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen. Im vergangenen September hatte Facebook mitgeteilt, 470 Nutzerkonten mit einer Verbindung nach Russland deaktiviert zu haben.

Anders als damals hatten die nun gelöschten Konten aber offenbar nicht die Mission, Amerikaner zu manipulieren. 95 Prozent der Seiten seien in russischer Sprache verfasst gewesen und hätten auf Menschen in Russland und anderen Ländern wie der Ukraine oder Usbekistan abgezielt. Die Facebook-Seiten hätten mehr als eine Million Abonnenten („Follower“) gehabt, die Instagram-Konten knapp 500.000. In Verbindung mit diesen Konten und Seiten seien Anzeigen im Wert von umgerechnet 167.000 Dollar geschaltet worden. Die Inhalte auf den Seiten seien nur zum Teil politischer Natur gewesen. Daneben sei es auch um die Förderung von Tourismus in Russland und um alltägliche Dinge gegangen. Gelöscht worden seien die Seiten nicht wegen der Inhalte, sondern allein wegen deren Verbindung zur Internet Research Agency, die in der Vergangenheit versucht habe, Facebook-Nutzer zu manipulieren. Zuckerberg sagte, Facebook wolle die russische Organisation auf seiner Plattform „ausrotten“.

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