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Anhörung vor Kongress : Der Spickzettel des Herrn Zuckerberg

  • Aktualisiert am

Mark Zuckerberg am Dienstag vor der Anhörung Bild: AP

Wie bereitet man sich auf eine Anhörung vor dem amerikanischen Kongress vor? Mark Zuckerberg zeigt, wie’s geht: Sein Spickzettel verrät, mit welchen Fragen er gerechnet hat.

          Fünf Stunden lang nahm der amerikanische Kongress Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu der Datenaffäre seines sozialen Netzwerkes ins Kreuzfeuer. Zuckerberg kam freilich sehr gut vorbereitet nach Washington. Er soll tagelang mit eigens angeheuerten Anwälten und Beratern trainiert haben. In einem unaufmerksamen Moment ließ er jedoch tiefer in seine Vorbereitung blicken, als ihm vielleicht lieb ist.

          Als Zuckerberg in einer Pause seinen Tisch verließ, blieb seine Mappe mit Notizen für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt liegen. Ein Fotograf von AP witterte seine Chance – und machte ein Foto. Aus den Unterlagen geht hervor, dass sich Zuckerberg für alle möglichen Fragen gewappnet hat: zu seiner eigenen Person, zu der neuen Datenschutzgrundverordnung der EU und zur fehlenden Diversität im Facebook-Team.

          Zuckerbergs Kladde mit Notizen

          Im Falle der Frage, ob er Mitarbeiter feuern wolle, hatte sich Zuckerberg folgende Antwort zurechtgelegt: „Das war meine Verantwortung. Werde keine Leute den Wölfen zum Fraß vorwerfen.“ Auch habe er damit gerechnet, mit Fragen zu seinem eigenen Rücktritt konfrontiert zu werden: „Zurücktreten? Habe Facebook gegründet. Meine Entscheidung. Habe Fehler gemacht. Große Herausforderung, aber haben schon vorher Probleme gelöst, werden dieses auch lösen. Handeln bereits“, steht dazu auf dem Spickzettel.

          „Facebook verkauft eure Daten nicht“

          Der Facebook-Chef war wohl auch bereit, sich gegen die von Apple-Chef Tim Cook geäußerte Kritik zu wehren. Es gebe viele Geschichten darüber, dass auch Apple-Daten von einigen Apps missbraucht werden. Apple habe Nutzer nie darüber informiert. Es sei wichtig, „mit gleichem Maß zu messen“.

          Zu Facebooks Geschäftsmodell hatte sich Zuckerberg folgenden Text zurechtgelegt: „Ich will es ganz deutlich machen: Facebook verkauft eure Daten nicht. Eure Informationen gehören euch. Wir geben euch Kontrolle darüber.“

          Das Foto zeigt nur zwei von offenbar mehreren Seiten Skript, das Zuckerberg für den ersten Tag der Anhörungen vor dem Kongress mitgebracht hat. Auf eine Frage war der 33 Jahre alte Multimilliardär allerdings nicht vorbereitet: Senator Dick Durbin von den Demokraten wollte wissen, in welchem Hotel Zuckerberg denn die Nacht verbracht habe – eine Anspielung auf die Bedeutung von Privatsphäre und Datenschutz. Darauf wollte Zuckerberg nicht antworten. Stand wohl nichts dazu auf seinem Zettel.

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