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„Forschungs“-App : Facebook bezahlt Teenager für ihre Daten

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Die sozialen Medien sind oft Schauplatz von Diskriminierung. Das Netzwerk Adinet Rhein-Main hilft Betroffenen. Bild: dpa

Neuer Ärger für Facebook? Das soziale Netzwerk soll junge Menschen dafür entlohnt haben, sich ausspionieren zu lassen – ganz offiziell über eine App.

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          Facebook hat nach einem Medienbericht unter anderem auch Teenagern Geld bezahlt, um sich Zugang zu ihren gesamten Aktivitäten auf Smartphones zu verschaffen. Nutzer der App „Facebook Research“ im Alter zwischen 13 und 35 Jahren bekämen dafür bis zu 20 Dollar im Monat, schrieb das Technologieblog „Techcrunch“ in der Nacht zum Mittwoch. Facebook habe „Techcrunch“ bestätigt, dass das Online-Netzwerk mit der „Forschungs“-App Daten zu Online-Gewohnheiten sammeln wollte. Zunächst hieß es, das Programm, das seit 2016 unter dem Namen „Project Atlas“ läuft, solle weiter betrieben werden. Am Mittwochvormittag teilte Facebook dann mit, die App nun doch einzustellen.

          Mit den angeforderten Berechtigungen habe die App unter anderem auf Unterhaltungen in Chat-Diensten, verschickte Fotos und Videos, Adressen besuchter Webseiten und auch Daten aus Ortungs-Anwendungen zugreifen können, sagte IT-Sicherheitsexperte Will Strafach zu „Techcrunch“. Unklar blieb zunächst, an welchen Informationen genau Facebook interessiert war. 

          Die Nutzer für die App wurden demnach als Teilnehmer einer Forschungs-Studie zum Online-Verhalten rekrutiert und auf die Sammlung privater Daten hingewiesen. Bei Minderjährigen sei die Zustimmung der Eltern eingefordert worden. Zugleich sei nicht immer gleich erkennbar gewesen, dass Facebook hinter der Studie stehe. Nutzer seien zum Teil auch aufgefordert worden, eine Liste ihrer Amazon-Bestellungen einzureichen.

          Das Online-Netzwerk betrieb zuvor bereits die App „Onavo“, die als eine sichere VPN-Tunnel-Verbindung beworben wurde. Zugleich lieferte die App Facebook aber auch wichtige Informationen darüber, welche anderen Online-Dienste bei Nutzern populär sind. Apple verbannte sie im vergangenen Jahr nach einer Verschärfung der Regeln zum Datenzugriff von Apps aus seiner Download-Plattform.

          Die App „Facebook Research“ sei auf iPhones an Apple vorbei installiert worden, schrieb „Techcrunch“. Facebook habe dafür von seinen Möglichkeiten Gebrauch gemacht, als Firma eigene Apps auf Telefone von Mitarbeitern aufspielen zu können. Aus Sicht des IT-Experten Strafach ist diese Vorgehensweise ein Verstoß gegen Apples App-Store-Regeln, Facebook bestritt dies.

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