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Soziales Netzwerk : Viele Amerikaner machen Facebook-Pause

Vor allem jüngere Nutzer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren kehren laut der Umfrage dem sozialen Netzwerk den Rücken. Bild: Reuters

Die Vereinigten Staaten sind für Facebook der mit Abstand wichtigste Markt – hier erwirtschaftet es fast die Hälfte seiner Umsätze. Eine neue Umfrage zeigt: Vor allem jüngere Nutzer haben die App gelöscht.

          Die fortschreitende digitale Vernetzung kann manchmal überfordern. „Digital detox“, also digitalen Entzug, nennen das all jene, die ab und an eine Pause einlegen vom ständigen Smartphone-Konsum. Technologieunternehmen, die das gesamte Leben ihrer Nutzer begleiten wollen, versuchen freilich als Gegenmaßnahme, ihre Kunden so eng wie möglich an die Plattformen zu binden. Eine neue Umfrage des amerikanischen Pew Instituts dürfte deshalb das amerikanische soziale Netzwerk Facebook beunruhigen.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Rund 42 Prozent der Nutzer in den Vereinigten Staaten geben an, in den vergangenen zwölf Monaten zumindest eine mehrwöchige Pause von Facebook eingelegt zu haben. Vor allem jüngere Nutzer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren kehren laut der Umfrage dem sozialen Netzwerk den Rücken: 44 Prozent von ihnen geben an, die Facebook-App von ihrem Smartphone gelöscht zu haben, in der Gruppe der Über-65-Jährigen ist es nur etwa jeder Zehnte.

          Einer von zehn Nutzern lädt sich seine Daten herunter

          Nicht erhoben wurde dabei, ob das mit dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica oder der Debatte um gefälschte Nachrichten und versuchte Wahlfälschung vor der amerikanischen Präsidentenwahl zusammenhängt. Allerdings gab auch Facebook zur Vorlage der jüngsten Quartalszahlen an, dass die Zahl der monatlichen Nutzer in den Vereinigten Staaten zuletzt bei der Zahl von 241 Millionen stagnierte.

          Der Heimatmarkt ist für Facebook mit Abstand der wichtigste, fast die Hälfte seiner Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Dort ist Facebook am längsten aktiv und am stärksten in das alltägliche Leben seiner Nutzer eingebunden. Das zeigt sich auch in den Werbeeinnahmen. Im Durchschnitt verdient Facebook mit amerikanischen Nutzern etwas mehr als 25 Dollar im Quartal, rund um die Welt sind es durchschnittlich weniger als 6 Dollar.

          Im Zusammenhang mit dem Cambridge-Analytica-Skandal hat es Facebook seinen Nutzern erleichtert, die Kontrolle über ihre Daten einzustellen. Das wird rege genutzt. Gut die Hälfte der Nutzer im Alter von mindestens 18 Jahren haben ihre Privatsphäre-Einstellungen angepasst. Im Schnitt lädt sich jedoch nur einer von 10 Nutzern die Daten herunter, die Facebook über ihn sammelt.

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