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Nach Datenskandal : Facebook überarbeitet Privatsphäre-Einstellungen

Mark Zuckerberg steht unter Druck. Bild: AFP

Facebook hat sich entschuldigt und Gründer Mark Zuckerberg gelobte, es Nutzern leichter zu machen, ihre Daten zu überblicken. Nun kommt der erste Schritt. Er sagt einiges über Facebooks Selbstverständnis.

          Es gibt da diesen einen Satz, der beim Tippen wehgetan haben muss. „Die Einstellungen sind jetzt nicht mehr auf fast 20 verschiedene Unterseiten verteilt, sondern an einem Ort zugänglich.“ Das steht in der an diesem Mittwoch veröffentlichten Ankündigung von Facebook, es den Nutzern nun zu erleichtern, wie sie auf ihre privaten Daten zugreifen können.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

          Es sagt viel aus über die vorige Praxis des Unternehmens, wenn es selbst von „fast 20 verschiedenen Unterseiten“ spricht und erst nach der Aufregung um die Datenschutzpraxis auf die Idee kommt, diese Einstellungen zu vereinfachen. Sonst verändert Facebook schließlich ständig Kleinigkeiten, um es Nutzern zu erleichtern, sich auf der Seite zu bewegen und Inhalte zu teilen. Nur die Privatsphäre-Einstellungen waren bislang gut versteckt.

          Weitere Maßnahmen folgen

          „Wir haben vielfach gehört, dass unsere Privatsphäre-Einstellungen und andere wichtige Tools nur schwer zu finden sind und dass wir Menschen besser darüber informieren müssen“, schreiben Erin Egan, die für Facebook für Privatsphäre zuständig ist und Ashlie Beringer, die stellvertretende Chefjustiziarin von Facebook ist. In den kommenden Wochen sollen weitere „Maßnahmen“ folgen, damit die Nutzer „noch mehr Kontrolle über ihre Daten“ bekommen. Die Sprache des Unternehmens ist bemerkenswert, weil Facebook vielleicht so sehr unter öffentlichem Druck steht, wie noch nie in der Geschichte des Sozialen Netzwerks.

          Nachdem sich Mark Zuckerberg zuerst auf seinem eigenen Facebook-Profil, in einigen Fernsehinterviews und in ganzseitigen Zeitungsanzeigen persönlich bei den Nutzern entschuldigt hat, vermeiden es die Blog-Autorinnen von Facebook, ebenfalls solche Worte zu wählen. Der massive Druck durch die Politik bleibt außen vor, die Vorladungen zu Anhörungen verschwinden in der Erklärung hinter dem Satz „Die Geschehnisse der letzten Tage unterstreichen die Relevanz dieser Maßnahmen umso mehr.“ Noch abstrakter ist der Datenskandal kaum beschreibbar. 

          Vor allem der mobile Zugriff auf Facebook wird nun übersichtlicher: Die Einstellungs-Menü ist anders formatiert. Das soll es leichter ermöglichen, persönliche Informationen zu kontrollieren, alte Beiträge zu löschen oder zu beeinflussen, welche Werbeanzeigen man sieht. „Darüber hinaus machen wir es einfacher, die von dir mit Facebook geteilten Daten herunterzuladen – schließlich sind es deine Daten“, schreiben die Facebook-Managerinnen noch.

          Es ist Facebook sehr wichtig, zu betonen, dass die Daten den Nutzern gehören, wenngleich Mark Zuckerberg schon im Jahr 2010 gesagt, dass die Ära der Privatsphäre vorbei sei. 25 Jahre alt war der Facebook-Gründer damals, als er sagte, Privatsphäre sei keine “soziale Norm“ mehr. 

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