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Streit mit Spotify : EU will Ermittlungen gegen Apple einleiten

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In der Kritik: App Store auf einem Apple-Gerät Bild: AP

Der Streaminganbieter Spotify kritisiert schon seit längerem die Gebührenstruktur im App Store. Jetzt bereitet die EU Ermittlungen vor – und Apple wehrt sich.

          Die Europäische Union wird nach Berichten der „Financial Times“ in den nächsten Wochen ein Ermittlungsverfahren wegen Wettbewerbsverstößen gegen den Technologiekonzern Apple einleiten. Der Musikstreamingdienst Spotify hatte im März offiziell Beschwerde gegen das Unternehmen eingelegt. Spotify wirft Apple vor, die Dominanz seines App Stores zu missbrauchen, um seinem eigenen Streamingdienst Apple Music einen Wettbewerbsvorteil auf iPhones und iPads zu verschaffen. Drittanbieter im App Store müssen eine Gebühr von 30 Prozent ihres Umsatzes aus Abonnements an Apple zahlen.

          Spotify ist mit 100 Millionen zahlenden Nutzern der weltgrößte Streamingdienst für Musik. Apple Music hatte Ende des letzten Jahres noch 56 Millionen Abonnenten, holt aber auf und hat im wichtigen amerikanischen Markt Spotify schon überholt.

          Die Regelung betrifft sämtliche Apps, die über ein regelmäßiges Abonnement bezahlt werden. Der Videostreamingdienst Netflix erlaubt aus demselben Grund seit Dezember seinen Kunden nicht mehr, Abos direkt in der iPhone-App abzuschließen oder zu verlängern. Wer das tun will, wird nun aus der App heraus auf die Netflix-Webseite weitergeleitet, sodass keine Gebühren für Apple fällig werden.

          Apple ist nicht zum ersten Mal unter Beobachtung

          Der Spotify-Vorstandsvorsitzende Daniel Ek hatte kritisiert, dass sein Unternehmen die Preise erhöhen werden müsse, wenn Apple die Gebühr weiterhin verlange. Der Kritik hatten sich auch der Streamingdienst Deezer und der Europäische Verbraucherverband angeschlossen. Apple bezeichnete die Kritik als „irreführend“. Die Kalifornier argumentieren, Spotify habe über Jahre vom Zugang zum App Store profitiert und sei auch deshalb so schnell gewachsen. Jetzt wolle es weiterhin die Vorzüge in Anspruch nehmen, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

          Die EU kann Unternehmen zwingen, ihre Geschäftspraktiken zu ändern, wenn diese gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Außerdem kann sie Strafzahlungen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes des Unternehmens verhängen. Die Technologieriesen Apple und Google waren in den vergangenen Jahren bereits öfters Ziel der europäischen Wettbewerbshüter um EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Im Jahr 2017 wurde Apple zu 13 Milliarden Euro Steuernachzahlungen verurteilt, weil er zu Unrecht von Steuervergünstigungen in Irland profitiert hatte. Apple hat dagegen Berufung eingelegt, das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof läuft noch.

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