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Apple gegen Qualcomm : Es geht um die Zukunft des Unternehmens

  • -Aktualisiert am

Im Patentstreit der Tech-Riesen zielt Apple auf den Kern seines Gegners. Damit sich niemand vertut: Hier geht es nicht nur um Schadenersatz.

          Patentgefechte in der Technologiebranche sind oft ein Ärgernis. Unternehmen wenden hohe Ressourcen auf, um sich zu bekriegen, lassen sich von ihrem Kerngeschäft ablenken, und die Urteile werden oft in nachfolgenden Instanzen so weit abgemildert, dass gefragt werden muss, ob der ganze Aufwand gerechtfertigt war.

          Nun beginnt in Amerika ein besonders spektakulärer Patentprozess zwischen den beiden Technologiegiganten Apple und Qualcomm, in dem Milliardenforderungen im Raum stehen. Es ist der bisherige Höhepunkt eines juristischen Gefechts, das sich schon seit einiger Zeit hinzieht und das auch Deutschland erfasst hat – wo kürzlich ein Verkaufsstopp über einige iPhones verhängt wurde.

          Qualcomm hat kaum eine andere Wahl, als den Rechtsstreit mit aller Macht auszufechten, denn Apple zielt auf den Kern des Unternehmens: das lukrative Geschäft mit der Vermarktung von Lizenzen auf Smartphone-Technologien.

          Setzte sich Apple durch, stünde Qualcomms Geschäftsmodell in seiner heutigen Form in Frage. Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der das Unternehmen sich dafür rüstet, aus seinem riesigen Patentschatz rund um den nächsten Mobilfunkstandard 5G Kapital zu schlagen.

          Qualcomm hat in dem Prozess mehr zu verlieren als Apple. Es geht nicht nur um Schadenersatz. Sondern um die Zukunft des Unternehmens.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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