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Neuralink : Elon Musk will Gehirne mit Computern verbinden

Elon Musk hat große Pläne für das menschliche Gehirn Bild: AFP

Der Tesla-Chef hat seine Pläne für das „Neuralink“-Projekt konkretisiert. Winzige Fäden, die in das Gehirn implantiert werden, sollen Menschen mit Instrumenten künstlicher Intelligenz ausstatten.

          Elon Musk ist vor allem als Vorstandsvorsitzender des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens Space X bekannt. Aber als ob ihn diese Aufgaben nicht ausfüllen würden, verfolgt er auch noch andere ambitionierte Projekte. 2016 gründete er zum Beispiel die Boring Company, ein Unternehmen, mit dem er Tunnel und Transportsysteme bauen will. Im gleichen Jahr war er einer der Mitgründer von Neuralink, und die Ziele dieses Unternehmens hören sich besonders futuristisch an.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Neuralink nimmt sich vor, das menschliche Gehirn digital aufzurüsten und mit Computern zu verbinden. Dies soll zunächst geschehen, um Menschen mit neurologischen Erkrankungen zu helfen. Aber die Vision von Musk reicht noch weiter. Er will Menschen in die Lage versetzen, es mit Computern aufzunehmen, die im Zeitalter der künstlichen Intelligenz zunehmend in die Lage versetzt werden, sich selbst immer leistungsfähiger zu machen.

          Musk hat oft vor den Gefahren künstlicher Intelligenz gewarnt und sie als Bedrohung für die Menschheit beschrieben. Neuralink soll nach seiner Vorstellung Menschen selbst mit Instrumenten künstlicher Intelligenz ausstatten, damit sie nicht gegenüber Computern ins Hintertreffen geraten.

          Löcher in der Schädeldecke

          Neuralink hat bislang weitgehend im Verborgenen gearbeitet. Jetzt aber hat Elon Musk auf einer Veranstaltung in San Francisco seine Pläne für das Unternehmen konkretisiert und Fortschritte gemeldet. Er beschrieb eine Technologie, die es zum Beispiel gelähmten Menschen erlauben soll, mit ihren Gedanken im Gehirn Computer oder Smartphones zu bedienen. Versuche an Ratten und auch an Affen habe das Unternehmen schon durchgeführt. „Ein Affe war in der Lage, einen Computer mit seinem Gehirn zu steuern,“ sagte Musk.

          In einem parallel zur Veranstaltung veröffentlichten Aufsatz hieß es, Neuralink habe 19 Operationen durchgeführt, mit einer Erfolgsrate von 87 Prozent. Neuralink hofft nun, schon im nächsten Jahr Versuche an Menschen zu beginnen, wobei Musk zugab, dieses Ziel sei ehrgeizig. Das Unternehmen bereite die notwendigen Anträge bei der Gesundheitsbehörde FDA vor.

          Die Schnittstelle zwischen Menschen und Computern will Neuralink mit winzigen Fäden schaffen, die in das Gehirn implantiert werden. Diese Fäden sind dünner als Haare und mit einer ganzen Reihe von Elektroden ausgestattet. Das Einpflanzen dieser Fäden soll mit einem Roboter geschehen, der einer Nähmaschine ähnelt und Löcher in die Schädeldecke bohrt. Eine Software soll dabei sicherstellen, dass keine Blutgefäße beschädigt werden.

          Auf längere Sicht hofft Neuralink, die Schädeldecke mit Laserstrahlen anstatt mit dem Bohren von Löchern durchdringen zu können. Der Eingriff solle dann so unkompliziert sein wie eine Laseroperation am Auge. Das Unternehmen gibt zu, dass der Einsatz dieser Technologie im Alltag noch einige Zeit in der Zukunft liegt.

          Neuralink ist nicht das einzige Unternehmen, das an einer Schnittstelle zwischen Mensch und Computer arbeitet. Das soziale Netzwerk Facebook hat vor einiger Zeit ein ähnliches Projekt vorgestellt, außerdem gibt es eine ganze Reihe junger Start-up-Gesellschaften auf diesem Gebiet.

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