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Luftfahrtmanager engagiert : Gibt es bald Flugreisen von Airbnb?

Airbnb heißt Frank Reid herzlich willkommen. Bild: Picture-Alliance

Was plant Airbnb in der Luftfahrt? Jedenfalls holt das Unternehmen jetzt einen ehemaligen Lufthansa-Manager. Und will das Fliegen wieder zum Genuss machen.

          Einst hat er Flüge geplant und vermarktet – unter anderem für die Deutsche Lufthansa. Zuletzt arbeitete an der Entwicklung von autonom fliegenden Flugzeugen. Aber was will so jemand wie Fred Reid bei Airbnb? Schickt der vielerorts umstrittene Wohnraumvermittler bald Drohnen mit seinen Kunden auf Reisen?

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Jedenfalls holt die Vermittlungsplattform, die nach Appartments und Wohnungen mittlerweile auch Stadtführungen und Urlaubsaktivitäten an Reisezielen vermittelt, den Luftfahrtmanager Reid zu sich. Er freue sich darauf, „den dritten Teil des Reiseerlebnisses anzugehen: wie man dorthin gelangt“, sagt Reid. Seit langem wurde darüber spekuliert, wann Airbnb sich dem Geschäft mit Flügen zuwendet. Mit der Benennung des künftigen Spartenchefs geben die Gründer nun den Startschuss.

          Fliegen genießen

          Reids Aufgabe umschreibt Airbnb mit viel Pathos. Kurz gefasst dürfte sie lauten: Fliegen soll wieder schön werden. „Es gab eine Zeit, in der das Fliegen ein magisches Erlebnis an sich war, aber im Laufe der Jahre ist das Reisen von A nach B zu einer Erfahrung geworden, die wir erdulden, ohne sie zu genießen“, sagt der Gründer und Chef von Airbnb Brian Chesky. „Wir finden, dass sich das ändern muss.“ Reid, der lange an der Entwicklung der Luftfahrt hin zu ihrer heutigen Beschaffenheit beteiligt war, soll dafür der richtige sein.

          In den Neunziger Jahren arbeitete er für die Deutsche Lufthansa, dort stieg er zum Bereichschef für die Kernmarke auf – als erster Amerikaner, der in einer europäischen Fluggesellschaft eine Führungsrolle übernahm. Dort war er auch am Aufbau des ersten konzernübergreifenden Vielfliegerbündnisses, der Star Allicance, beteiligt.

          Offene Rolle

          Doch es zog Reid wieder zurück in die Vereinigten Staaten, wo er bei der Gesellschaft Delta Airlines bis zum Chefposten aufstieg. Danach baute er für die Virgin-Gruppe des Unternehmers Richard Branson den Flugableger Virgin America auf. In den vergangenen zehn Jahren war Reid jedoch für keine Fluggesellschaft mehr tätig. Aktuell ist er für den Hersteller Kitty Hawk mit der Entwicklung batteriebetriebener Lufttaxis und von Senkrechtstartern, die ohne Pilot auskommen, betraut.

          Welche Erfahrungen er bei Airbnb einbringen kann, lässt der Plattformbetreiber offen. Airbnb-Gründer Chesky spricht allgemein von einer „breiten Palette von Ideen“. Man habe aber „noch nicht festgelegt, wie diese genau aussehen werden.“ Immerhin schließt Chesky aus, einen Airbnb-Rivalen für Lufthansa und Co. aufbauen zu wollen.

          Auch mit einem weiteren Buchungsportal würde er sich nicht zufrieden geben – zumal die vielen bestehenden sich aktuell einen harten Wettkampf liefern. „Ich bin nicht daran interessiert, eine eigene Fluggesellschaft aufzubauen oder einfach einen weiteren Ort im Internet zu schaffen, wo man ein Flugticket kaufen kann“, sagt Chesky.

          Und der 68 Jahre alte Reid macht schon mal klar, dass er seine Aufgabe als langfristige ansieht. Es gebe viele Möglichkeiten für Produkte und Partnerschaften, um Reisen zum Vergnügen zu machen. „Diese Möglichkeiten umzusetzen, wird Jahre dauern und ein ständiges Experimentieren erfordern“.

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