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Ehemalige Yahoo-Chefin : Marissa Mayer meldet sich zurück

Versucht ihr Unternehmerglück mit einem eigenen Startup: das einstige Google-Starlet Marissa Mayer Bild: Reuters

Als junge und erfolgreiche Frau in der männerdominierten Tech-Szene war Marissa Mayer ein Star der Internetbranche. Nun hat die ehemalige Yahoo-Chefin ein neues Projekt. Ein bisschen hat es was mit Schnee zu tun.

          Marissa Mayer ist an den Ausgangspunkt ihrer beruflichen Karriere zurückgekehrt. Die frühere Vorstandsvorsitzende des Internetkonzerns Yahoo arbeitet jetzt wieder in ihrem alten Büro im kalifornischen Palo Alto. Hier stieg sie im Jahr 1999 als zwanzigste Mitarbeiterin des Internetunternehmens Google ein. In den Büros steckt viel Silicon-Valley-Geschichte, denn hier wurde einst auch der Bezahldienst Paypal gegründet. Mayer ist jetzt selbst unter die Gründer gegangen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Zusammen mit Enrique Munoz Torres, einem früheren Kollegen aus Google- und Yahoo-Zeiten, hat sie Lumi Labs ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Inkubator, der jungen Startup-Unternehmen Anschubhilfe gibt. Die 42 Jahre alte Mayer will sich damit auf Gebiete wie Medien und Künstliche Intelligenz spezialisieren. Der Name ihrer neuen Gesellschaft kommt vom finnischen Wort für Schnee. In einem Interview mit der „New York Times“ sagte Mayer: „Ich liebe Schnee.“ Sie sagte weiter, sie fühle sich in ihrem neuen Büro an ihre Anfangstage bei Google erinnert: „Ich kann mich erinnern, diese Stufen hinaufgerannt zu sein, weil wenn man an einem Samstagmorgen nicht schnell genug hierherkam, bekam irgendjemand auf der Welt schlechtere Ergebnisse bei der Internetsuche, und das könnte deren Leben beeinträchtigt haben.“

          Mayers Gründerprojekt kommt nach ihrer Karrierestation bei Yahoo, deren Bilanz bestenfalls gemischt ausfällt. Sie wurde 2012 von Yahoo in der Hoffnung angeheuert, dass sie den einstigen Internetpionier wieder zu früherer Relevanz zurückführen könne. Das Unternehmen hatte gegenüber Wettbewerbern wie Google und Facebook mehr und mehr an Boden verloren. Mayer wurde zugetraut, eine Wende zu schaffen, denn sie war bei Google zu einem Superstar der Internetbranche geworden. Aber ähnlich wie schon ihren Vorgängern sollte auch ihr das nicht gelingen. Zwar stieg der Aktienkurs, aber das hatte vor allem mit der Beteiligung am chinesischen Internetunternehmen Alibaba zu tun. Das Kerngeschäft von Yahoo erholte sich unter Mayer nicht. Einige von ihr forcierte Projekte wurden wieder eingestellt, Zukäufe wie die Blogging-Plattform Tumblr erwiesen sich als glücklos, und Mayer musste wiederholt enttäuschende Geschäftszahlen vorlegen.

          Am Ende stimmte sie zu, Yahoo für 4,5 Milliarden Dollar an den Telekommunikationskonzern Verizon zu verkaufen. Sie selbst hat das Unternehmen im vergangenen Juni verlassen. Sie sei trotzdem stolz darauf, wie sich Yahoo unter ihrer Führung entwickelt habe, sagte sie in dem Interview. Sie habe zwar kein „komplettes Comeback“ geschafft, aber sie habe auch ein schweres Erbe angetreten. Für sie persönlich hat sich das Yahoo-Engagement jedenfalls gelohnt. Schätzungen zufolge hat Mayer in ihrer Zeit bei Yahoo gut 200 Millionen Dollar verdient.

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