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Recht auf Datenportabilität : DSGVO kommt beim Musikstreaming nicht an

  • -Aktualisiert am

Musik-Streaming-Dienste wie Spotify umgehen erfolgreich die DSGVO und erschweren ihren Kunden einen Wechsel zur Konkurrenz. Bild: Reuters

Dank der DSGVO haben Nutzer von Musikstreaming-Diensten zwar mehr Einsicht in ihre Daten. Doch die Anbieter haben immer noch viel Macht über ihre Kunden.

          Pünktlich zur neuen Datenschutzgrundverordnung für Europa (DSGVO) hat der Musikstreaming-Dienst Spotify eine passende Playlist erstellt: „What's your name“, „I know what you like“ und „I know what you did last summer“ sind nur einige der Titel verschiedener Künstler, die Spotify mit einem Augenzwinkern in seiner DSGVO-Playlist aufzählt. Wie diese Musiksammlung schon suggeriert, können die Streamingdienste den neuen Verordnungen tatsächlich entspannt entgegenblicken.

          Die neuen Regelungen besagen, dass zwar nicht die Lieder selbst, aber eine Liste der Titel in den Playlists künftig in einem „strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren“ Format den Kunden als Download zur Verfügung stehen müssen. Darüber hinaus können Kunden nun auch personenbezogene Daten, beispielsweise über ihr Nutzungs- und Bezahlverhalten anfordern.

          Diesen Passus der „Datenportabililtät“ lobten Datenschützern im Vorfeld. Laut der neuen Verordnung hat die betroffene Person das Recht, personenbezogene Daten anzufordern und einzusehen. Doch was zunächst als ein großer Schritt für den Datenschutz gewertet wurde, entpuppt sich, zumindest in der Musikstreaming-Branche, eher als Kosmetik.

          Denn so leicht sich die Daten auch exportieren lassen, so unmöglich scheint es immer noch, diese bei einem anderen Musikstreaming-Dienst wieder hochzuladen. Im Klartext heißt das: Unternehmen wie Spotify und Apple bieten die Daten zwar zum Download an, allerdings nur in dem sogenannten JSON-Format, welches einen Upload nicht vorsieht. Den Streamingdienst zu wechseln und den Aufbau seiner eigenen Musik-Bibliothek mitzunehmen bleibt also weiterhin schwierig. Eine standardisierte Upload-Funktion bleiben die Anbieter ausnahmslos schuldig.

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