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Wegen Scheidung : Trump spottet über Jeff Bezos

Donald Trump hatte wichtige Tech-Manager im Juni 2017 ins Weiße Haus eingeladen. Bild: EPA

Der reichste Mann der Welt lässt sich scheiden – angeblich einvernehmlich. Doch Präsident Trump stichelt, vergleicht Bezos mit einem Clown und lobt eine Illustrierte.

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          Der reichste Mann der Welt und seine Frau lassen sich scheiden. Und der wahrscheinlich mächtigste Mann der Welt lässt sich nicht zweimal bitten und spottet über diese Trennung. Schließlich hat er seit einigen Jahren eine Privatfehde mit dem reichsten Mann der Welt.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der reichste Mann der Welt ist Amazon-Gründer Jeff Bezos. Sein Widersacher ist der amerikanische Präsident Donald Trump. Bezos hatte am vergangenen Mittwoch über Twitter mitgeteilt, dass er sich von seiner Frau scheiden lässt. Die dort verbreitete und von beiden unterzeichnete Nachricht deutete auf eine einvernehmliche Trennung hin. Sie würden eine Familie und gute Freunde bleiben, schrieben sie. „Wir freuen uns auf eine wundervolle Zukunft als Eltern, Freunde, Partner.“

          Es gibt jedoch Zweifel an dieser Version – und die breitet Präsident Trump, natürlich ebenfalls auf Twitter, genüsslich aus: „Es tut mir so leid zu hören, dass Jeff Bozo von einem Wettbewerber besiegt wird.“ Bozo ist eine bekannte amerikanische Clown-Figur, die vor allem in den sechziger Jahren beliebt war.

          Trump bezieht sich auf Berichte der amerikanischen Illustrierten „National Enquirer“, wonach Bezos seit acht Monaten eine Affäre mit der Moderatorin Lauren Sanchez hat. Sanchez ist gegenwärtig noch mit dem Hollywood-Manager Patrick Whitesell verheiratet.

          Die Privatfehde

          Die Illustrierte behauptet, Bezos seit Monaten zu verfolgen, und hat eine Reihe von Bildern veröffentlicht, die die beiden auf Flughäfen und in Hotels zeigen sollen. Der National Enquirer zitiert zudem aus privaten Textnachrichten von Jeff Bezos und seiner Geliebten. MacKenzie Bezos wird als eifersüchtige Ehefrau dargestellt.

          Präsident Trump scheint sich über diese Berichte zu freuen und setzt einen weiteren Seitenhieb gegen Bezos. Er schreibt auf Twitter, dass die Berichterstattung dieser Illustrierten weit präziser sei als die der „Amazon Washington Post“. Die Washington Post ist eine der angesehensten Zeitungen des Landes, die beispielsweise die Watergate-Affäre Anfang der siebziger Jahre maßgeblich aufgedeckt hat. Bezos hat die Zeitung wiederum im Jahr 2013 gekauft.

          Die Privatfehde der beiden reicht einige Jahre zurück. Während des Präsidentschaftswahlkampf hatte Trump Bezos eingeladen, Teil seines Rates für Militärinnovation zu werden. Bezos lehnte ab. Der Rat sollte dem amerikanischen Militär in Technologiefragen helfen. Bezos scherzte später, er könne Trump mit seinem Raumfahrtunternehmen ins All schießen.

          Seither hat Trump wiederholt angedroht, Amazon mit höheren Steuern zu schaden, und sich darüber aufgeregt, dass die amerikanische Post von Amazon ausgenutzt werde. Zudem behauptet er, Bezos beeinflusse die Berichterstattung über Trump in der Washington Post.

          Die Trennung von Jeff und MacKenzie Bezos könnte derweil die teuerste der Geschichte werden. Bezos‘ Vermögen wird auf umgerechnet 120 Milliarden Euro geschätzt. Greift das Scheidungsrecht des Staates Washington, würde das während der Ehe erwirtschaftete Vermögen zur Hälfte an MacKenzie Bezos gehen. Da Bezos etwa 16 Prozent der Anteile an Amazon hält, die allein mehr als umgerechnet 100 Milliarden Euro wert sind, könnte MacKenzie Bezos zu einem einflussreichen Amazon-Aktionär aufsteigen. Und sogar einen Direktoren-Posten beanspruchen.

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