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Digitalfestival : „South by Southwest“ bringt Washington nach Texas

Auch sie wird nach Texas kommen: Alexandria Ocasio-Cortez, Jungstar der Demokratischen Partei und Aushängeschild einer neuen linkspopulistischen Bewegung in Amerika. Bild: AP

In Austin beginnt das Digitalfestival „South by Southwest“. Es ist diesmal politisch wie noch nie – und blickt auf die Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

          „South by Southwest“ versteht sich als eine Veranstaltung, auf der große Zukunftsthemen debattiert werden. Zum Beispiel Technologietrends wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain. Aber die Organisatoren des Digitalfestivals im texanischen Austin beleuchten dabei auch zunehmend gesellschaftliche und politische Aspekte. Vor wenigen Jahren war der frühere amerikanische Präsident Barack Obama hier. Und nach der Wahl von Donald Trump gab es eine Fülle von Veranstaltungen, die die neue Ausgangslage der Technologiewelt unter den geänderten politischen Machtverhältnissen thematisierten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber bei der diesjährigen „South by Southwest“, die am Freitag beginnt, steht Politik so sehr im Mittelpunkt wie wohl noch nie zuvor. Und dabei richtet sich der Blick klar auf die Präsidentenwahl im nächsten Jahr. Auf einer Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Gespräche über Amerikas Zukunft“ treten einige Politiker auf, die sich um die Kandidatur der Demokratischen Partei bewerben, darunter Elizabeth Warren, Amy Klobuchar und John Hickenlooper.

          Von den Republikanern ist John Kasich da, der im Rennen um die Kandidatur der Partei 2016 einer der schärfsten Rivalen von Trump war und der nicht ausgeschlossen hat, den Präsidenten bei der nächsten Wahl noch einmal herauszufordern. Auf dem Programm steht auch Howard Schultz, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Kaffeekette Starbucks, der kürzlich angekündigt hat, vielleicht als unabhängiger Kandidat jenseits der großen Parteien in den Wahlkampf einzusteigen.

          Besucher aus Europa

          Den größten Rummel dürfte es in Austin aber um Alexandria Ocasio-Cortez geben, den neuen Jungstar der Demokratischen Partei. Die 29 Jahre alte Politikerin ist seit kurzem im amerikanischen Kongress. Sie gilt als das Aushängeschild einer neuen linkspopulistischen Bewegung in Amerika und ist damit zu einem Feindbild unter Republikanern geworden. Sie versteht sich als „Demokratische Sozialistin“ und hat in jüngster Zeit mit Vorschlägen wie einem Spitzensteuersatz von 70 Prozent für Multimillionäre aufhorchen lassen, die einigen Anklang in dem Land finden. Sie war auch Teil einer Protestbewegung, die dazu beigetragen hat, dass der Online-Händler Amazon.com kürzlich Pläne für einen neuen Campus in New York wieder aufgegeben hat.

          Auch prominenter Politikerbesuch aus Europa hat sich in Texas angesagt. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager will über „die Verantwortung großer Technologieunternehmen, ihre mächtige Marktposition nicht zu missbrauchen“, sprechen. Darin steckt viel Zündstoff, schließlich hat die EU-Kommission in den vergangenen Jahren zwei milliardenschwere Kartellstrafen gegen den Internetkonzern Google verhängt.

          Jenseits der Auftritte bekannter Politiker wird es in Austin auch eine Reihe anderer Veranstaltungen mit politischem Bezug geben. Etwa über politische Neigungen in der Technologiebranche oder über den Mangel an Technologieverständnis im amerikanischen Kongress.

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