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„Copernicus“-Projekt : Kommt Europas nächste Online-Bank aus Polen?

Commerzbank-Aktionäre verschmähten die erfolgreiche M-Bank. Bild: mbank

Die Commerzbank hat ihrer Tochtergesellschaft M-Bank die europaweite Expansion nicht zugetraut. Jetzt gehen die Mitarbeiter selbst voran. Und auch Finanzinvestoren engagieren sich für neue Banken aus Warschau.

          3 Min.

          Heimlich und leise hatten mehrere hundert Mitarbeiter der Commerzbank an einem Projekt gearbeitet, das die Commerzbank ebenso wie den Markt für Direktbanken verändert hätte. Das im polnischen Lodz angesiedelte Projekt trug nach einem berühmten Astronomen den Namen „Copernicus“. Damit hätte die Commerzbank, wie es in der F.A.Z. im August 2018 hieß, „ein lange vermisstes Signal zum Angriff“ setzen können. Doch nur zwei Wochen nach Erscheinen dieses Artikels begrub Privatkundenvorstand Michael Mandel die Pläne mit dem Argument, die Bank müsse Prioritäten setzen. Nur ein Dreivierteljahr später steht die Commerzbank kurz davor, einem Kauf durch die Deutsche Bank zuzustimmen.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Vor dieser Art Selbstaufgabe hatte Finanzvorstand Stephan Engels im Sommer 2018 nach Informationen der F.A.Z. die Stimmung der Anleger an den Kapitalmärkten getestet: Tragen die Commerzbank-Aktionäre Investitionen in ein Fintech wie „Copernicus“ mit, das mehrere Jahre mit Verlust arbeiten würde? Die Antworten lauteten überwiegend „nein“, und der Vorstand sah sich an einer Weggabelung angelangt. Weiter durchwursteln oder aus „Copernicus“ aussteigen? Einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag hatte die Commerzbank bis dahin investiert, aber nun schien die Zeit gekommen, um richtig Geld in die Hand zu nehmen oder es zu lassen.

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